Emissionsarme Kleinbusse ohne festen Fahrplan und ohne strikte Linienwege, zu buchen via App oder Telefon: NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und die Stadt und die Stadtwerke Münster haben am Freitag das klimafreundliche Konzept «Loop Münster» vorgestellt, das am kommenden Dienstag im Süden der Stadt für 55.000 Einwohner an den Start gehen soll. «Der Loop-Bus ist flexibel, orientiert sich am Bedarf der Nutzer und er ist einfach, digital buchbar», erläuterte Wüst (CDU). «Gerade im ländlichen Raum brauchen wir solche attraktiven Mobilitätsangebote, damit die Menschen auf Bus und Bahn umsteigen.»
Sechs Sitzplätze
Die zehn Minis mit jeweils sechs Sitzplätzen sollen in dem auf drei Jahre angelegten, vom Land geförderten Pilotprojekt mit Ökostrom laufen. Wer mitfahren will, bestellt den Kleinbus per App oder telefonisch. Die App oder die Person am Telefon teilt dem Fahrgast mit, wo die nächste Einstiegsmöglichkeit ist – in der Regel werde das nicht weit von der Haustür entfernt an der nächsten Straßenecke sein.
Bundesverkehrsminister Scheuer: "Innovativ und bürgerfreundlich"
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nannte das Konzept innovativ und bürgerfreundlich. Durch eine bessere Vernetzung der Angebote und solche On-Demand-Dienste könne man viele Lücken im ÖPNV-Netz schließen. Er hoffe, dass weitere Städte und Gemeinden ihr ÖPNV-Angebot digital ergänzen. Laut den Stadtwerken Münster handelt es sich gemessen an der wöchentlichen Betriebszeit um das größte On-Demand-Projekt in NRW.
Londoner Taxi-Modell im Einsatz
Für die Fahrt in Münster gelten den Angaben zufolge die normalen ÖPNV-Tickets, Abos, Semestertickets und Zeittickets. Unterwegs sammeln die Busse Fahrgäste ein oder setzen sie an ihrem Ziel ab, Fahrtwünsche würden gebündelt. Die beste Route errechnet eine Software automatisch im Hintergrund, so dass nur kurze Umwege für jeden Fahrgast anfallen, wie die Stadtwerke schilderten. Bei den Hybrid-Kleinbusse handele es sich um das London-Taxi-Modell LEVC TX. (dpa/hoe)



