Unter anderem 17 neue XL-Bahnen (Bild) sollen beschafft werden.

Unter anderem 17 neue XL-Bahnen (Bild) sollen beschafft werden.

Bild: © Leipziger Gruppe

Die Herausforderungen für Nahverkehrsunternehmen sind massiv gewachsen: Die Energiepreise steigen, der Arbeitsmarkt ist leergefegt, die Bürokratie bei Baumaßnahmen oder Fahrzeugbeschaffung nimmt zu und die Digitalisierung verändert alles. Leipzig, Chemnitz und Dresden wollen diese Hürden gemeinsam meistern.

Im Programm „Sächsische Unternehmensallianz Mobilität“ (SUMO) haben sich die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), die Chemnitzer Verkehrs AG (CVAG) und die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) zusammengeschlossen. Die Unternehmen wollen gemeinsam einen Beitrag zur Kostenreduzierung leisten.

Im Mittelpunkt von SUMO steht nicht nur die Reduzierung des Energieverbrauchs. Es geht auch um die Suche nach innovativen Lösungen für die Fahr- und Dienstplanung, kundenorientiertem digitalem Vertrieb, effizientem Infrastrukturmanagement, gemeinsamer Ersatzteilbeschaffung, einer unternehmensübergreifenden Weiterbildung von Mitarbeitenden oder dem Einsatz umweltfreundlicher Antriebe.

Eigentlich gibt es schon seit Jahren einen Austausch zwischen den ÖPNV-Unternehmen. Mit dem koordinierten SUMO-Programm soll aber die Zusammenarbeit ein ganz neues Niveau erreichen. Gesteuert werden die Aktivitäten durch Andreas Trillmich. Der unabhängigen Manager hat umfangreiche Erfahrung im Nahverkehr, beispielsweise als Geschäftsführer der Görlitzer Verkehrsbetriebe. 2021 gründete er ein eigenes Beratungsunternehmen.

Treffen der Fahrlehrer

Eines der Projekte ist die Schulung der Bus- und Straßenbahnfahrer für eine energetische Fahrzeugbedienung. Dazu haben sich in dieser Woche die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer der kommunalen Verkehrsunternehmen zu einem ersten Erfahrungsaustausch getroffen. Das Feld reicht vom energieoptimierten Fahren unter Nutzung von Fahrerassistenzsystemen über das intelligente Abstellen bis hin zur Temperierung von Straßenbahnen und Bussen.

Ein weiteres Projekt: In Dresden können durch die erfolgte Reorganisation des nächtlichen Abstellmanagements von Straßenbahnen allein 975 Megawattstunden pro Jahr eingespart werden. Ebenfalls zur unternehmensübergreifenden Betrachtung gehören verschlissene Gleisabschnitte, die zu einer Geschwindigkeitsreduzierung von Straßenbahnen führen. Damit gehen aber Energieverluste einher. Vor zwei oder drei Jahren war das vielleicht noch tolerierbar, doch inzwischen hat sich die Bewertung geändert.

Gemeinsame Lösung für Dienstpläne

Das Deutschlandticket hat einmal mehr den hohen Stellenwert der Digitalisierung unterstrichen. Bei SUMO geht es aber nicht allein um den kundenorientierten elektronischen Vertrieb. Dort sollen auch digitale Plattformen zur Berechnung von Fahr- und Dienstplänen entstehen, die von allen Partnern gleichermaßen genutzt werden können. So lassen sich bei Bedarf sogar regional übergreifende Fahrpläne berechnen, heißt es bei den drei Unternehmen. (wa)

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