Der autonome Bus dreht seine Runden mittlerweile ohne Operator.

Der autonome Bus dreht seine Runden mittlerweile ohne Operator.

Bild: © RMV/Arne Landwehr

Von Jürgen Walk

Autonomes und vernetztes Fahren wird die Mobilität tiefgreifend verändern. Dabei spielt der Nahverkehr in den Plänen der Bundesregierung eine zentrale Rolle. Die Regierung hat im Kabinett ihre Strategie für autonomes Fahren beschlossen und dem Nahverkehr darin das Potenzial bescheinigt, zum Treiber autonomer Systeme zu werden.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sei ein wesentliches Handlungsfeld einer nachhaltigen Mobilität, heißt es im Strategiepapier. Gründe dafür seien die hohe Flächen- und Energieeffizienz des Nahverkehrs sowie die soziale Daseins- und Teilhabefunktion.

Attraktive Angebote auch fürs Land

Autonome Mobilität hat gerade im Nahverkehr große Vorteile: Zum einen kann sie das Problem der Verkehrsunternehmen mildern, die nur noch unter Schwierigkeiten Fahrer finden. Leichter möglich werden dann auch attraktive Angebote gerade für den ländlichen Raum, den Stadtrand, für nachfrageschwächere Zeiten oder für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. On-Demand-Angebote wiederum bieten Alternativen zum privaten Auto und können als Zubringer auch zur verstärkten Nutzung des Nahverkehrs beitragen.

Doch längst läuft noch nicht alles rund: Der Betrieb insbesondere autonomer On-Demand-Shuttles befinde sich aktuell in einer Phase zwischen abgeschlossener Erprobung und ausbleibender Skalierung. Es zeige sich eine Tendenz, dass sich deutsche Anbieter vom Markt zurückziehen. "Es fehlen derzeit sowohl serienreife Angebote von autonomen Shuttle-Fahrzeugen als auch skalierbare Betreiber- und Geschäftsmodelle", heißt es im Papier.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen nennt die strategische Ausrichtung auf den öffentlichen Personennahverkehr und die genannten Ziele sachgerecht. "Wir müssen in der nächsten Legislatur nun schnellstmöglich in die skalierende Umsetzung kommen", erklärt VDV-Präsident Ingo Wortmann. In aktuellen Projekten werde die Technik bereits erfolgreich getestet. Die Marktreife in Deutschland sei bis 2027 zu erwarten.

Zeitplan:

Bis 2025 wollen wollen Bund und Länder Möglichkeiten zur Förderung und Finanzierung von autonomen Mobilitätsangeboten im ÖPNV identifizieren und die erforderlichen Grundlagen erörtern.

Bis 2026 will sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass das autonome Fahren nahtlos aus dem Erprobungsbetrieb in den Regelbetrieb überführt wird.

Bis 2027 will die Regierung Unternehmen dabei unterstützen, wettbewerbsfähige Lösungen und Mobilitätsangebote für den ÖPNV zu entwickeln und einzuführen. Diese Angebote sollen langfristig einen wirtschaftlich selbstragenden und in das öffentliche Verkehrssystem integrierten Einsatz ermöglichen.

Bis 2028 soll der weltweit größte zusammenhängende Betriebsbereich für autonome Fahrzeuge entstehen.

Bis 2030 soll autonomes Fahren als fester Bestandteil in ein verkehrsträgerübergreifendes und vernetztes Mobilitätssystem integriert sein. Der öffentliche Verkehr trage wesentlich zu einem leistungsfähigen, zuverlässigen sowie klimafreundlichen Personenverkehr bei.

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