Nahverkehr in einer fremden Stadt kann frustrierend sein: Tarifgrenzen, Kombitickets oder schlicht die Fahrt von A nach B kann zur Herausforderung für all diejenigen werden, die das lokale ÖPNV-System nicht in- und auswendig kennen. Diesen Zustand wollen mehrere Unternehmen der Branche abschaffen.
Der gesamte öffentliche Verkehr vereint auf einer gemeinsamen Plattform – das ist das Ziel von „Mobility Inside“. Die Branchenlösung soll es Fahrgästen ermöglichen, sich verbund- und verkehrsmittelübergreifend aus einer Hand zu informieren sowie die Tickets buchen und bezahlen zu können. Den Prototypen gibt es bereits – nun ist ein wesentlicher Schritt unternommen worden, um die Marktreife zu erreichen: Die Gründung einer rechtlich eigenständigen Gesellschaft in Frankfurt.
Keine App, sondern Manager im Hintergrund
Mobility Inside sei keine zusätzliche App, heißt es, sondern ein Hintergrundsystem, das alle benötigten Daten für den Kauf der passenden Tickets an bestehende regionale Apps liefert. Derzeit testen zehn Verkehrsverbünde und -unternehmen das System auf Herz und Nieren.
Zu den Gründungs-Initiatoren gehören Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), Aktiv Bus Flensburg, Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), Bentheimer Eisenbahn, Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen (BOGESTRA), Dortmunder Stadtwerke (DSW21), Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), Mainzer Mobilität (MM), Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sowie der Rhein-Neckar-Verkehr (RNV). Die Gesellschaft will aber auch neue Partner und Teilhaber gewinnen.
Das Interesse scheint groß
Nach Angaben der Initiatoren haben schon 185 Akteure, vom privaten über öffentlichen Verkehrsunternehmen bis hin zu Bürgerbusvereinen, in einer Absichtserklärung Anfang 2019 ihr Interesse begründet, bei Mobility inside mitzumachen.Schrittweise soll der gesamte ÖPNV in Deutschland und weitere Sharinganbieter hinzukommen. Am Ende soll Mobility inside als öffentliche Plattform für die Alltagsmobilität stehen. (wa)
