Die Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs leiden besonders heftig unter der Corona-Krise. Während sie ihr Angebot fast unverändert aufrecht erhalten müssen, brechen die Einnahmen weg – um bis zu 90 Prozent. Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordert daher eine Kompensation für die wegbrechenden Fahrgeldeinnahmen.
„Ein starker Nahverkehr ist und bleibt zentral für sozial verträgliche und klimafreundliche Mobilität in einer Gesellschaft, die Schritt für Schritt den Weg aus dem Lockdown geht“, erklärt VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. Umso wichtiger sei es, die Branche bei der Erfüllung dieser zentralen Funktion mit finanziellen Mitteln auszustatten, die die nachhaltige Aufrechterhaltung eines guten und ausreichenden Angebots sichern.
Einnahmen brechen um bis zu 90 Prozent weg
Im ländlichen Raum reduzierten sich die Fahrgeldeinnahmen um bis zu 90 Prozent, im städtischen Bereich zwischen 60 und 80 Prozent. Gleichzeitig blieben die Kosten nahezu stabil, weil die Verkehrsunternehmen 75 Prozent ihres üblichen Programms fuhren. Das habe bei den rund 600 Mitgliedsunternehmen dazu geführt, dass pro Monat rund eine Milliarde Euro Fahrgeldeinnahmen fehlen.
Es muss, so Wolff, eine Kompensation für die wegbrechenden Einnahmen geben. Denn sonst müsse das Bus- und Bahnangebot bald gekürzt werden, obwohl die Unternehmen angesichts der kommenden Schul- und Geschäftsöffnungen wieder mehr fahren sollen. „Da unsere Branche wegen ihrer öffentlichen Aufgabe bereits Fördermittel bekommt, könnten diese entsprechend erhöht werden“, so der VDV-Hauptgeschäftsführer. Das sei kein klassischer Rettungsschirm, sondern eine Aufstockung bereits existierender staatlicher Gelder. (wa)
