Sechs hellblaue Cabs sind seit Ende Oktober als Art Taxis der Wuppertaler Stadtwerke unterwegs. Ein Experiment, das aus Sicht des Kommunalunternehmens bislang zu gelingen scheint. "Das Angebot ist unter Berücksichtigung der aktuellen Situation gut angelaufen", teilt ein Sprecher auf Anfrage der ZfK mit. "Wir sind mit der Nachfrage zufrieden."
Alles andere als zufrieden scheinen dagegen Taxifahrer mit den neuen Autos zu sein. So mancher sieht das Angebot der Stadtwerke als öffentlich subventionierte Konkurrenz. "Wenn ich so ein blaues Auto vor mir sehe, würde ich es am liebsten auf den Blockberg wünschen", sagte Unternehmer Thomas Winkler dem Fernsehsender WDR. "Jeder Fahrgast, der in diesen Fahrzeugen sitzt, wäre normalerweise ein Taxifahrgast."
Teil eines Forschungsprojekts
Die Stadtwerke versuchen zu beruhigen. Das Unternehmen sei an einem guten Verhältnis zum Wuppertaler Taxigewerbe interessiert, heißt es. Daher befinde es sich im ständigen Austausch mit der Taxizentrale Wuppertal.
Das Kommunalunternehmen weist zudem darauf hin, dass sein Angebot Teil eines Forschungsprojekts und örtlich und zeitlich begrenzt sei. Der Versuch ist bis Ende 2021 befristet. Das Testgebiet umfasst die Wuppertaler Randgebiete Elberfeld, Elberfeld-West und Katernberg-Uellendahl. Dort leben mehr als 132.000 Menschen.
Fahrbetrieb nach Tariftreuegesetz
Zu Winklers Behauptung, dass die Fahrer der hellblauen Autos möglicherweise kaum mehr als den Mindestlohn verdienten, äußern sich die Stadtwerke nicht. Nur so viel: "Der [On-Demand-Verkehr] ist ein durch die Bezirksregierung genehmigter Verkehr, der nach genehmigtem [Verkehrsbund-Rhein-Ruhr-]Tarif fährt." Man habe eine externe Firma in einem Vergabeverfahren mit dem Fahrbetrieb nach Tariftreuegesetz beauftragt.
Anders als bei üblichen Taxis ist das Angebot der Stadtwerke vollständig digital. Über die App "Hol mich!" können Kunden sehen, wo die Cabs gerade unterwegs sind. Per App können sie zudem ihren Fahrtwunsch anmelden und bezahlen. Die Autos fahren übrigens nicht direkt vor die Haustüre der Kunden, sondern halten an 4000 ausgewählten Punkten. Eine Fahrt kostet im günstigsten Tarif 3,86 Euro. (Die ZfK berichtete.) (ab)
