Bürgerinnen und Bürger sind unzufrieden mit dem öffentlichen Nahverkehr in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr ist die Unzufriedenheit sogar gewachsen, zeigt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom.
Demnach kritisieren aktuell 63 Prozent der Deutschen das Nahverkehrs-Angebot an Bussen, Bahnen und Straßenbahnen. Das entspricht einem Anstieg um acht Prozentpunkte, 2023 waren es noch 55 Prozent. "Grundsätzlich gilt es, das bestehende ÖPNV-System auszubauen", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.
Große Unzufriedenheit auf dem Land
Besonders unzufrieden sind die Befragten in Kleinstädten (71 %) und ländlichen Regionen (72 %). Allerdings ist auch die Mehrheit der Menschen in urbanen Räumen nicht zufrieden: in Großstädten 59 Prozent und in Mittelstädten 56 Prozent.
Aus der Sicht des Bitkom-Chefs ergebe es aber weder ökonomisch noch ökologisch Sinn, leere Busse oder Züge nach starren Fahrplänen auf kaum genutzten Strecken fahren zu lassen.
On-Demand-Angebote als Alternative
Stattdessen betont Rohleder die wachsende Bedeutung sogenannter On-Demand-Mobilität, also bedarfsorientierte Angebote mit unterschiedlichen Transportmitteln, wie sie auch immer mehr Stadtwerke anbieten. "On-Demand-Angebote sind das Mittel der Wahl, um die Menschen in dünner besiedelten Regionen auch dann mobil zu machen, wenn sie kein eigenes Auto haben", ist er überzeugt.
Nordrhein-Westfalen etwa plant, ein landesweit einheitliches Ridepooling-System in den ÖPNV zu integrieren. Beim Ridepooling werden Fahrgäste mit ähnlichen Zielen in einem Fahrzeug gemeinsam transportiert. (dz)



