Auf Elektromobilität setzen die Stadtwerke in Bad Säckingen, einer 17.000-Einwohner-Stadt im Südschwarzwald, schon seit mehreren Jahren. Seit 2016 tankt der vom Unternehmen betriebene Citybus keinen Diesel mehr, sondern Strom.
Später kamen vier Elektroautos dazu, die Interessenten stunden- oder tageweise ausleihen können, sobald sie sich als Mitglied bei den Dienstleistern Stadtmobil oder My-E-Car registriert haben.
E-Bikes zum Ausleihen
Seit Juli stellen die Stadtwerke nun auch zehn elektrische Leihfahrräder zur Verfügung. Nutzer können ein Rad für einen beliebigen Zeitraum buchen und später per App entsperren.
Der Stundentarif kostet fünf, der Tagestarif 25 Euro. Das Besondere dabei: Die Räder können sowohl in Bad Säckingen selbst als auch im Schweizer Nachbarort Stein abgeholt werden.
E-Mobilitätsoffensive nicht zu Ende
Stand vergangene Woche zählten die Stadtwerke in Bad Säckingen 123 registrierte Nutzer. In der Schweiz waren es Anfang August 47.
Geht es nach Bad Säckingens neuem Stadtwerkechef Udo Engel, dann ist die E-Mobilitätsoffensive noch lange nicht zu Ende. Dabei soll es nicht nur darum gehen, den Zugang zu den Sharing-Angeboten etwa für ortsfremde Einmalnutzer zu vereinfachen.
Bad Säckingen dürfte wachsen
"Kleinstädte wie Bad Säckingen stehen nicht unbedingt im Fokus großer Flottenbetreiber", sagt Engel. Dabei sei die Kurstadt Bad Säckingen nicht nur bei Touristen beliebt, sondern liege auch noch in einer wirtschaftlich aufstrebenden Region.
Heißt auch: Die Zahl der Besucher und Einwohner wird wohl in den nächsten Jahren weiter steigen. "Da sehen wir viele Möglichkeiten, in Zusammenarbeit mit dem Kur- und Rehabetrieb, aber auch im Rahmen neuer Quartiersprojekte unser E-Mobilitätsangebot voranzutreiben."
"Durchaus wirtschaftliche Modelle machbar"
Klassische, freie Sharingangebote rentabel zu machen, sei nicht so einfach, gibt Engel zu. Größere Chancen sieht er beim Thema Quartiersprojekte.
"Bad Säckingen hat nicht mehr so viel freie Wohnfläche, klassische Einfamilienhäuser können hier kaum mehr gebaut werden", erklärt er. "Die Zukunft wird deshalb eher kleineren Wohnungseinheiten gehören, in denen mehrere Familien zusammenwohnen, die sich dann auch den einen oder anderen Wagen teilen könnten. Da sind durchaus wirtschaftliche Modelle machbar." (aba)
