Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf der VKU-Verbandstagung

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf der VKU-Verbandstagung

Bild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Die Energiewende gelingt besser, wenn sie unter Einbeziehung der Stadtwerke organisiert wird", unterstrich Altmaier (CDU). Hierzu müssten auch entsprechende Geschäftsmodelle ermöglicht werden. Auch die regulatorischen Anreize für den Ausbau und die Ertüchtigung für die Verteilnetze müssten passen.

Altmaier zeigte sich zuversichtlich, dass das von der Koalition beschlossene Ausbauziel von 65 Prozent erneuerbarer Strom bis 2030 erreicht werden könne, wenn die Ausschreibungsmengen entsprechend angepasst werden und es gelingt, den Strom bundesweit verfügbar zu machen. Er verwies hierbei auch auf die kommenden Sonderausschreibungen für Windkraft an Land und Photovoltaik von je 4 Gigawatt sowie das Netzausbaubeschleunigungsgesetz.

Zugriffsrechte der ÜNB auf EE-Anlagen auf den Prüfstand

Ein wichtiger Hebel sei auch die Verbesserung der Akzeptanz, vor allem für den Ausbau der Windkraft an Land, sagte Altmaier. Hierzu habe man eine Arbeitsgruppe eingerichtet und Optimierungen wie intelligente Blinkanlagen bei Windrädern auf den Weg gebracht, die nachts nur blinken, wenn sich Flugzeuge nähern.

Ausdrücklich bekannte sich Altmaier auch zur Systemverantwortung der Verteilnetzbetreiber (VNB) im Zusammenspiel mit den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB). Die Kritik des VKU an einem Zugriff der ÜNB auf Erneuerbare- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) im Rahmen des Redispatch nehme man ernst. "Ich sage Ihnen zu, dass wir uns dies nochmals anschauen. Ich kann Ihnen sagen, dass Ihre Arbeit bei uns hier sehr ernst genommen wird", sagte Altmaier.

Ausschreibungen für innovative KWK wichtiges Instrument

Große Bedeutung misst der Bundeswirtschaftsminister dem Ausbau und der Weiterentwicklung von KWK und Wärmenetzen, der Abwärmenutzung, Großwärmepumpen und Speichern zu. Es müsse nun auch darum gehen, die KWK und die Wärmeversorgung schrittweise weiter zu dekarbonisieren. Als ein wichtiges Instrument hierfür sieht Altmaier die Ausschreibungen für innovative KWK an. Noch stärker als bisher wolle man hierbei auch innovative Geschäftsmodelle in den Mittelpunkt rücken.

Um den hohen Bedarf gerade auch von Seiten der Stadtwerke abzudecken, habe man das Programm Wärmenetze 4.0 von ursprünglich 50 Mio. auf 900 Mio. Euro aufgestockt, 50 Prozent der Förderanträge kämen von kommunalen Unternehmen.

Nationaler Energieeffizienzplan mit dem Schwerpunkt Wärme

Als eine zentrale Baustelle sieht Altmaier auch die Verbesserung der Energieeffizienz, denn man hinke bei den gesteckten Zielen noch deutlich hinterher. Hierzu soll ein nationaler Energieeffizienzplan 2.0 mit dem Schwerpunkt auf die Wärme entwickelt werden. "Ohne eine Wärmewende und Sektorenkopplung kann die Energiewende nicht erfolgreich bewältigt werden," unterstrich der Bundeswirtschaftsminister. 

"Hierbei brauchen wir Sie als Ansprechpartner und Verbündete", sagte Altmaier in Richtung VKU. Diese gelte auch für die Umsetzung des Gebäudeenergiegesetzes, von Energieeffizienznetzwerken, Quartierskonzepten oder der Sektorenkopplung mit Gas.

Erdgas und LNG umstellen

Doch müsse es darum gehen, Erdgas und LNG künftig auf erneuerbare Basis und synthetische Gase umzustellen, betonte Altmaier. Hierzu sollten Reallabore im großen Maßstab eingerichtet werden. Zudem müsse es auch darum gehen, die Verkehrswende weiter zu bringen, sei es durch batteriegetriebene Fahrzeuge oder via Brennstoffzellen, Wasserstoff oder Power-to-Liquid. Synthetische erneuerbare Gase spielten auch bei der Dekarbonisierung industrieller Prozesse eine entscheidende Rolle. (hcn)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper