Bild: © Wolfilser/AdobeStock

Mit deutlichen Worten hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die jüngste Kritik des Verbraucherschutzes an der Umsetzung der Energiepreisbremsen zurückgewiesen.

Es sei bedauerlich, dass der Verbraucherzentrale Bundesverband die „unglaubliche Leistung der Energiewirtschaft" bei der Umsetzung nicht anerkennen mag und aus Antworten einer relativ kleinen Gruppe Ableitungen treffen wolle, erklärt die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae. Ihr Appell: „Die Umsetzung der Preisbremsen ist und bleibt eine Kraftanstrengung der Energiewirtschaft, die vom Verbraucherschutz auch als solche gewürdigt werden sollte“.
 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte Ende Februar einen Aufruf gestartet und gefragt, welche Probleme es bei der Umsetzung der Entlastungspakete für Gas, Strom und Wärme gebe. Bis zum 1. Juni bekam sie knapp 1350 Antworten.

Geringe Anzahl an Rückmeldungen auf Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands

Weil nur nach Problemen gefragt wurde, sagen die Ergebnisse aber nichts darüber aus, wie viele Verbraucher insgesamt eher zufrieden oder eher unzufrieden mit den Preisbremsen sind. Von März bis Juni meldeten sich weitere knapp 300 Menschen beim sogenannten Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentrale mit Problemen bei der Energiepreisbremse.

Verbraucherzentralen-Chefin Ramona Pop leitet daraus ab, die Bundesregierung müsse «das Gesetz nachbessern und eindeutiger formulieren, damit die gewünschte Entlastung bei allen Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt». Gut die Hälfte (53 Prozent) der unzufriedenen Kunden beklagte sich, dass die Energieversorger zu hohe Abschläge forderten. Andere seien schlecht informiert oder sie «landeten bei Rückfragen in Hotline-Warteschleifen», ergänzte Pop.

BDEW: "Alle Unternehmen sind personell an die Grenze des Machbaren gegangen"

„Mit den Preisbremsengesetzen haben die Energieversorger mit erheblichem Aufwand in extrem kurzer Zeit eine staatlich gesetzte Preisbremse für rund 40 Millionen Haushalte umgesetzt“, entgegnete BDEW-Chefin Andreae in ihrer Pressemitteilung. Es sei klar, dass es bei „einer solchen Mammut-Aufgabe in Einzelfällen zu Problemen kommen kann“.

Für den absolut größten Teil der Millionen Kundinnen und Kunden konnten die Preisbremsen allerdings reibungslos umgesetzt werden. „Dies wird auch durch die verhältnismäßig geringe Anzahl an Rückmeldungen bei der VZBV untermauert“, so Andreae weiter.

Alle Unternehmen, vom kleinen Stadtwerk vor Ort bis hin zum überregionalen Energieversorger, gingen mit der Preisbremsen-Umsetzung personell an die Grenze des Machbaren, da sie parallel hierzu weiterhin ihre eigentlichen Aufgaben als zuverlässiger Energieversorger für ihre Kundinnen und Kunden garantierten. (hoe/dpa)

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