Franziska Giffey, Bürgermeisterin von Berlin, wird eine Keynote auf der ZfK-Nachhaltigkeitskonferenz am 17. Juni in Berlin halten.

Franziska Giffey, Bürgermeisterin von Berlin, wird eine Keynote auf der ZfK-Nachhaltigkeitskonferenz am 17. Juni in Berlin halten.

Bild: © Britta Pedersen/dpa

Der Berliner Senat hat den Bericht zur Umsetzung der „Gemeinsamen Wasserstoff-Strategie Berlin-Brandenburg: Beschleunigter Ausbau der Wasserstoffwirtschaft“ beschlossen. Berlin hat bereits 2021 gemeinsam mit Brandenburg die Wasserstoff-Roadmap für Brandenburg und die Hauptstadtregion entwickelt. Die Wasserstoff-Roadmap ist ein Strategie- und Planungsdokument mit 63 Maßnahmen, das die Gesamtregion in den Fokus nimmt. Es soll als Instrumentenkasten zur Unterstützung der entstehenden Wasserstoffwirtschaft in der Region dienen.

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey plädiert mit Blick auf die Energiewende für einen Mix aus erneuerbaren Energiequellen, wozu auch die Nutzung von Wasserstoff gehöre. „Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit Brandenburg kontinuierlich daran, die Maßnahmen unserer Wasserstoff-Roadmap umzusetzen und den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in der Hauptstadtregion zu beschleunigen.“ Ein wichtiger Schritt sei, dass Berlin Teil des neuen deutschen Wasserstoff-Kernnetzes wird. „Wir wollen Ostdeutschland mit Berlin in seiner Mitte zum Zentrum einer nachhaltigen deutschen Wasserstoffwirtschaft machen.“

Berlin wird Teil des Kernnetzes

Im Juli 2024 hat die Fernnetzbetreiberin (FNB) den formellen Antrag zum Wasserstoffkernnetz eingereicht, in dem auch das Berliner Wasserstoff-Startnetz enthalten ist. Die Gasverteilnetzbetreiberin NBB hat das Startnetz zusammen mit Partnern (Land Berlin, BEW Berliner Energie und Wärme, Ontras Gastransport und der Gasag) erarbeitet. Dafür soll der teilweise Umbau des heutigen Gasverteilnetzes in ein zukünftiges Wasserstoffnetz vorangetrieben werden. Mit dem Wasserstoff-Startnetz sollen zunächst die großen gasversorgten Heizkraftwerke der Berliner Fernwärmeerzeugung mit Wasserstoff versorgt werden. Die erforderlichen Wasserstoff-Netzkopplungspunkte zum nationalen Wasserstoff-Kernnetz hat die NBB mit Ontras abgestimmt.

Über die Online-Plattform Wasserstoffmarktplatz Berlin-Brandenburg können sich regionale Akteure der Wasserstoffwirtschaft vernetzen. Wasserstoffprojekte können hier georeferenziert und technisch detailliert dargestellt werden, um Synergiepotenziale mit anderen Projekten auszunutzen. Über 500 Unternehmen sind hier bereits angemeldet.

Netzdienlichen Ausbau vorantreiben

Als Erfolg wertet das Land Berlin auch die gemeinsame Bundesratsinitiative mit Brandenburg für den netzdienlichen Ausbau von Wasserstofferzeugungskapazitäten, um zusätzliche Netzengpässe im Rahmen des Hochlaufs der Wasserstoff-Wirtschaft zu vermeiden. Auch Mecklenburg-Vorpommern trat dieser Initiative bei. Sie wurde am 26. April 2024 unter Einbezug eines Änderungsantrags aus Hamburg im Bundesrat beschlossen.

Auch bei der Errichtung von Wasserstoff-Tankstellen ist das Land Berlin aktiv. In Berlin sind derzeit fünf öffentliche Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb. Erste wasserstoff- bzw. brennstoffzellenbetriebene Schwerlastfahrzeuge seien in Berlin im Einsatz. Bei der Berliner Stadtreinigung befinden sich 14 Abfallsammelfahrzeuge im Fuhrpark und die Berliner Wasserbetriebe nutzen Brennstoffzellen-Fahrzeuge bei der Wartung abwassertechnischer Anlagen. (amo)

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