Die Bundesregierung macht Schluss mit Glyphosat auf deutschen Feldern.

Die Bundesregierung macht Schluss mit Glyphosat auf deutschen Feldern.

© Dieter Schütz/pixelio.de

Die Regierungsparteien würden Glyphosat lieber heute als morgen verbieten, allerdings macht ihnen der Alleingang des Ex-Landwirtschaftsministers Christian Schmidt einen Strich durch die Rechnung. Der CSU-Politiker hat vergangenes Jahr in Brüssel für eine erneute Genehmigung des Wirkstoffs gestimmt - entgegen der Abmachung der damaligen Bundesregierung. Bis 2022 ist die Chance auf ein Verbot verbaut. Das Bundesumwelt- und das Bundeslandwirtschaftsministerium forcieren nun einen schrittweisen Ausstieg aus der Glyphosat-Nutzung.

Künftig sollen Pestizide, die die Biodiversität gefährden mit einem Anwendungsvorbehalt gekoppelt werden. Für die Landwirtschaft bedeutet das, wer Pflanzenschutzmittel einsetzt, muss ab 2020 Blühflächen oder Brachen als Lebensraum für Insekten und Kleinstlebewesen vorhalten. Auf diesen Flächen darf nicht mehr „gespritzt“ werden, damit sich Flora und Fauna erholen. Im Schnitt sollen zehn Prozent der pestizidbelasteten Fläche als Schutzraum genutzt werden.

Minimierung im EU-konformen Rahmen

Ein endgültiges Verbot ist deshalb nicht vom Tisch, damit die Schadstoffe nach 2020 möglichst schnell von deutschen Äckern verschwinden, wird die Pflanzenschutz-Anwendungsordnung um eine Regelung ergänzt: Läuft die Wirkstoffzulassung auf EU-Ebene aus, soll der Glyphosat-Einsatz mit einer Übergangsfrist bis Ende 2023 verbindlich und umfassend beendet werden. Ein Verbot für Privatgärten und Parks, sowie für Wasserschutzgebiete sieht das Bundeslandwirtschaftsministerium zeitnah vor. Bis zum endgültigen Aus minimieren diese und ähnliche Maßnahmen den Glyphosat-Einsatz im EU-konformen Rahmen. (ls)

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