Der Winter stand vor der Tür, als die Bundesnetzagentur zu einer Pressekonferenz mit anschließendem Hintergrundgespräch lud. Einen schnelleren Überblick über die Lage auf den Gasmärkten wollte sie geben.
Dafür führte sie auf ihrer Website Grafiken ein, die wie Tachometer aussahen und signalisieren sollten, wie kritisch die Situation in den Bereichen Temperaturprognose, temperaturbereinigtem Gasverbrauch, Speicherfüllstände, Situation in den Nachbarländern und Beschaffung von Regelenergie sei.
Indikatoren bis auf weiteres eingestellt
Was die Behörde da noch nicht wissen konnte: dass der Winter viel milder ausfallen würde als üblich. Dass die Gasspeicher viel weniger genutzt würden als zuletzt. Und dass nicht die Angst vor einer Gasmangellage die nächsten Monate bestimmen würde, sondern fallende Preise.
Jetzt, da der Winter vorbei und die Versorgungslage stabil geblieben ist, stellt die Bundesnetzagentur die Veröffentlichung der fünf Indikatoren bis auf weiteres ein, wie sie mitteilte. Die Publikation des Lageberichts erfolge derweil weiterhin einmal wöchentlich, jeweils am Donnerstag. "Sollte es zu Veränderungen der Versorgungslage kommen, wird die Bundesnetzagentur den Turnus der Veröffentlichung anpassen."
Drei Indikatoren durchgehend "stabil"
Für jeden der fünf Bereiche hatte die Bundesnetzagentur die Stufen "stabil", "angespannt" und "kritisch" festgelegt. Dabei zeigte die Nadel bei den Indikatoren "Speicherfüllstände", "Situation in den Nachbarländern" und "Beschaffung von Regelenergie" durchgehend auf das Feld "stabil". Änderungen hin zu "angespannt" und "kritisch" gab es zeitweise bei den Temperatur- und Gasverbrauchsindikatoren.
Am Donnerstag bewertete die Bundesnetzagentur die Gasversorgung in Deutschland als stabil. Gleichwohl verwies sie darauf, dass die Vorbereitung auf den kommenden Winter eine "zentrale Herausforderung" bleibt.
Gasspeicher-Füllstand bei 64 Prozent
Stand Mittwochmorgen waren Deutschlands Gasspeicher im Durchschnitt zu 64 Prozent gefüllt, wobei in den zwei Tagen zuvor netto ausgespeichert wurde. Der größte Speicher hierzulande im niedersächsischen Rehden wies einen Füllstand von 80 Prozent auf.
Die Gaspreise am niederländischen Handelspunkt TTF bewegten sich Mitte der Woche wieder nach unten. So kostete der Frontmonat am Donnerstagnachmittag 44 Euro pro MWh. Das Produkt Winter 2023/24 wurde für 56 Euro pro MWh gehandelt. (aba)



