"Deutschland soll bei Wasserstofftechnologien Nummer 1 in der Welt werden“: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse des Dialogprozesses "Gas 2030".

"Deutschland soll bei Wasserstofftechnologien Nummer 1 in der Welt werden“: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse des Dialogprozesses "Gas 2030".

Bild: © BMWi

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat am Donnerstag (18. Juli) die Gewinner des Ideenwettbewerbs "Reallabore der Energiewende" bekannt gegeben. In den Laboren der Energiewende werden zukunftsfähige Energietechnologien unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab erprobt. Zentrales Thema im Ideenwettbewerb ist CO2-armer Wasserstoff. Weitere wichtige Themen der ersten Ausschreibungsrunde sind Energiespeicher und energieoptimierte Quartiere. "Wir wollen bei Wasserstofftechnologien die Nummer eins in der Welt werden. Diese bieten enorme Potenziale für die Energiewende und den Klimaschutz wie auch für neue Arbeitsplätze", betonte der Minister.

Diese Konsortien wurden ausgewählt

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) zeichnete 20 Konsortien aus, die Reallabore planen. Darunter sind auch zahlreiche Kooperationen mit kommunalen Unternehmen. Die Sieger des Ideenwettbewerbs können in den kommenden Wochen und Monaten nun ihre Anträge für Fördermittel stellen, dazu wird das BMWi eine jährliche Förderung von 100 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Zudem hat das Bundeskabinett in den Eckpunkten für ein Strukturstärkungsgesetz beschlossen, für Reallabore in Strukturwandelregionen zusätzliche 200 Mio. Euro bereit zu stellen.

Folgende Projekte werden von kommunalen Unternehmen koordiniert:

  • IW3 – Energieoptimierte Quartiere, Koordinierung: Hamburg Energie
  • City Impuls DD – Energieoptimierte Quartiere, Koordinierung: Drewag – Stadtwerke Dresden
  • Hydrohub Fenne – Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien,  Koordinierung: Steag
  • Jenergiereal – Energieoptimierte Quartiere, Koordinierung: Stadtwerke Jena Netze

Die anderen Gewinner lauten:

  • Energiepark BL – Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien, Koordinierung VNG Gasspeicher
  • Reallabor Lausitz – Energieoptimierte Quartiere, Koordinierung: Stadt Cottbus.
  • CCU P2C Salzbergen – Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien, Koordinierung: H&R Chemisch Pharmazeutische Spezialitäten.
  • Delta – Energieoptimierte Quartiere, Koordinierung: Technische Universität Darmstadt mit Industriepartner.
  • DOW Stade – Green Meoh – Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien, Koordinierung: DOW Deutschland Anlagengesellschaft.
  • Element Eins – Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien, Koordinierung: Thyssengas.
  • H2 Wyhlen – Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien, Koordinierung: Energiedienst AG.
  • Norddeutsches Reallabor – Sektorkopplung, Quartierslösungen, Koordinierung: Competence Center für Erneuerbare Energien und Energie Effizienz der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.
  • Reallabor GWP – Energieoptimierte Quartiere, Koordinierung: AGFWProjekt, Energieeffizienzverband für Wärme Kälte und KWK e.V.
  • Rewest 100 – Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien, Koordinierung: Raffinerie Heide.
  • Smart Quart – Energieoptimierte Quartiere, Koordinierung: Innogy SE.
  • Green Hydro Chem – Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien, Koordinierung: Siemens AG, Linde AG, FraunhoferIWS.
  • H2 Stahl – Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien, Koordinierung: Thyssenkrupp Steel Europe AG.
  • Reflau – Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien, Koordinierung: Zweckverband Industriepark Schwarze Pumpe.
  • Store to Power – Großskalige Energiespeicher im Stromsektor, Koordinierung: RWE Power AG.
  • Trans Urban NRW – Energieoptimierte Quartiere, Koordinierung: E.ON Energy Solutions.

Der Großteil der Projekte konzentriert sich auf die Regionen Norddeutschland, das Rheinische Braunkohlerevier und die Lausitz. Hintergrund ist, dass die Reallabore unter anderem auch dort angesiedelt wurden, wo diese einen systematischen Ansatz haben und die energiewirtschaftlichen Besonderheiten der jeweiligen Region integrieren, zum Beispiel den Strukturwandel in Kohleregionen, betont das BMWi. Weitere Angaben zu den Projekten, mit genauen Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Reiche: "Branche brennt darauf, neue Ansätze praktisch zu erproben"

"Reallabore sind ein wichtiges Instrument, um neue Technologien für die Energiewende zu erproben. Dass sich über 90 Konsortien mit 500 Partnern beworben haben, verdeutlicht das enorme Innovationspotenzial der deutschen Energiewirtschaft. Darunter befinden sich zahlreiche Stadtwerke, die die Energiewende vor Ort vorantreiben und neue Lösungen auf den Weg bringen. Die Branche brennt darauf, neue Ansätze praktisch zu erproben", betonte VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche in einer Stellungnahme. Auch die ressortübergreifende Erarbeitung einer Wasserstoffstrategie, die der Bundeswirtschaftsminister angekündigt habe, sei sinnvoll. Wasserstoff ermögliche die notwendige Flexibilisierung des Energieversorgungssystems und die Dekarbonisierung sämtlicher Sektoren, so Reiche. (bh)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper