Halle-Trotha aus der Luft, eines der beiden großen, gasbefeuerten Heizkraftwerke der Energieversorgung Halle. Mit 40 MW thermisch deckt der Block die Mindestlast der Fernwärme im Sommer ab. Elektrisch leisten Gas- und Dampfturbine (GuD) zusammen 55 MW brutto. In Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird das Erdgas effizient zu 83,5 Prozent energetisch ausgenutzt.

Halle-Trotha aus der Luft, eines der beiden großen, gasbefeuerten Heizkraftwerke der Energieversorgung Halle. Mit 40 MW thermisch deckt der Block die Mindestlast der Fernwärme im Sommer ab. Elektrisch leisten Gas- und Dampfturbine (GuD) zusammen 55 MW brutto. In Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird das Erdgas effizient zu 83,5 Prozent energetisch ausgenutzt.

Bild: Fechner © SWH

Der Geschäftsführer der kommunalen Energieversorgung Halle (EVH), Olaf Schneider, hat Ausmaß, Zeitschiene und Begründung des KWK-Kürzungsvorschlags aus dem Wirtschaftsministerium (BMWi) kritisiert. In der am Montag erschienenen gedruckten "ZfK" (Seiten 1 und 10) sagt Schneider, er könne das Ergebnis der "Evaluierung", auf der der der Vorschlag beruht, nicht nachvollziehen:

  • Erstens unterstellt das BMWi in ihrer Berufung auf die relative Erholung der Stromgroßhandelspreise im ersten Quartal '18, dass Gaskraftwerksbetreiber ihren Strom kurzfristig im Day-ahead-Markt vermarkteten, und leiten davon eine Überförderung. Schneider beschreibt in der "ZfK"-Druckausgabe, wie sich die Beschaffungsstrategie der EVH davon grundlegend unterscheidet.
  • Zweitens ließen die Evaluierer die Kapitalkosten von Kraftwerken außer Betracht. Die ZfK hatte mehrere kommunale Kraftwerksbetreiber angefragt. Nur Olaf Schneider stand kurzfristig zur Verfügung.

Trianel Hamm-Uentrop wieder im Minus?

Dass die Förderung der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungs(KWK)-Bestandsanlagen gekürzt werden sollte, dass war seit der Evaluierung des bisherigen Fördersatzes von 1,5 Cent pro kWhel im August 2017 bekannt. Der Aufschub der Kürzung war der damals bevorstehenden Bundestagswahl und der sich über sechs Monate hinziehenden Koalitionsbildung geschuldet. Das 100-Tage-Gesetz (siehe auch gedruckte "ZfK" 5/18, Seite 6) soll den daraus resultierenden Rückstand an dringlichen Korrekturen im Energiewirtschaftsrecht abarbeiten. Doch in seinem Referentenentwurf schlägt das BMWi nicht nur eine Kürzung auf 0,7 Cent pro Whel vor, sondern auch ein Inkrafttreten mitten im Geschäftsjahr an diesem 1. Juli.

Daten der Oxforder Aurora Energy Research, die die ZfK exemplarisch ausgewertet hat, legen zudem nahe, dass die relative Erholung deutscher Gaskraftwerke bei den Stromerlösen nach dem Ende der Heizsaison bereits vorüber ist. Demnach wäre etwa das Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerk der Kooperation Trianel in Hamm-Uentrop im April (bis 25.) wieder ins operative Minus gerutscht.

Clean-Dark Spread 35 Prozent durchgehend rot

Erst recht kam demnach der Clean-Dark Spread für GuD mit einem viel schlechteren elektrischen Wirkungsgrad als in Hamm, nämlich 35 Prozent, bis 25. April auf Monatsbasis dieses Jahr noch nie aus den roten Zahlen heraus. Beim Clean-Dark Spread werden Großhandelsnotierungen für Strom, Gas und CO2-Ausstoßrechte mit dem elektrischen Wirkungsgrad eines konkreten Kraftwerkstyps verrechnet. Damit ist er eine Rentabilitätskennzahl für den preisorientierten zusätzlichen Einsatz bestimmter Blöcke. (geo)







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