Von Daniel Zugehör
Nordrhein-Westfalen (NRW) möchte der Energiewende im Land mehr Schub verleihen. Unter dem Motto "Das geht in NRW" haben Landeswirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) und Christian Mildenberger, Geschäftsführer der "Landesagentur NRW.Energy4Climate" in Düsseldorf eine neue Kampagne vorgestellt.
"Businessplan der Zukunft"
Gezeigt werden darin erfolgreiche Projekte aus unterschiedlichen Sektoren mit dem Ziel, andere Akteure zu motivieren und zu unterstützen. "Viele Unternehmen haben längst erkannt: Klimaschutz ist der Businessplan der Zukunft", sagte Neubaur beim Pressetermin.
Die im Rahmen der Kampagne vorgestellten Beispiele sollen zeigen, dass sich diese ökologisch und auch ökonomisch rechne. Neben dem Klimaschutz gehe es um neue Wertschöpfung sowie zukunftssichere Arbeitsplätze, so die Ministerin. NRW möchte Europas erste klimaneutrale Industrieregion werden.
Widerstand gegen Reiche
Neubaur kündigte außerdem Widerstand gegen mögliche Kürzungen bei der Photovoltaik an, wie sie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor kurzem ins Spiel brachte. Wörtlich hatte Reiche gesagt: "Neue, kleine PV-Anlagen rechnen sich schon heute im Markt und bedürften keiner Förderung."
Die PV-Förderung dürfe "nicht einfach" gekappt werden, betonte dagegen NRW-Ministerin Neubaur. Gegebene Versprechen müssten umgesetzt werden, sonst drohe ein Vertrauensverlust. "Wir als Landesregierung werden nicht lockerlassen", so die Ministerin.
Grünstrom als neue Einnahmequelle
Die vorgestellten Praxisbeispiele sind vielfältig. So erzeugt etwa die Stadt Lichtenau nach eigenen Angaben mittlerweile zehn Mal so viel Grünstrom wie die rund 11.900 Einwohnerinnen und Einwohner verbrauchen. Die Kommune betreibt demnach 166 Windkraft-, 1.200 Solar- und vier Biomasseanlagen. Zusätzliche Einnahmen aus der Erzeugung fließen in den Haushalt.
Darüber hinaus setzt beispielsweise das Hagener Industrieunternehmen Schöneweiss & Co. auf grünen Direktstrom, das Logistikunternehmen Contargo aus Neuss baut eine E-LKW-Flotte auf und die Stadtwerke Warendorf nutzen Wärme aus dem Fluss Ems.
Grüner und resilienter
Projekte wie diese verbessern laut Landesagentur-Chef Mildenberger nicht nur die Klimabilanz der Kommunen oder Unternehmen, "sondern steigern auch ihre Resilienz gegenüber externen Krisen und die lokale Wertschöpfung".
Weitere Details zu den Projekten können Interessierte über die Plattform www.energy4climate.nrw einsehen.



