Befragte Energie- und Wasserunternehmen zeichnen ein zwiespältiges Bild der Auswirkungen der Corona-Krise.

Befragte Energie- und Wasserunternehmen zeichnen ein zwiespältiges Bild der Auswirkungen der Corona-Krise.

Bild: © Rido/AdobeStock

Als die größte Herausforderung in der Corona-Krise bewerten 68 Prozent die Ertragseinbußen. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens BET hervor. 48 Prozent finden es momentan schwierig, IT-Lösungen umzusetzen. Weitere 48 Prozent beobachten Schwierigkeiten im organisatorischen Ablauf. Insgesamt nahmen 211 Personen an der Befragung teil.

Das Aachener Unternehmen rät in diesem Zusammenhang: zum einen Kostensenkungspotenziale zu identifizieren, zum anderen eine ganzheitliche und übergreifende Digitalisierungsstrategie zu erstellen. Auch können virtuelle Coachings die Managementbelastung senken und Abläufe effizienter gestalten.

Wie werden Liquidität und Absatz eingeschätzt?

78 Prozent sehen derzeit (noch) ausreichend Liquidität im eigenen Unternehmen. 47 Prozent erstellen bereits jetzt schon Zukunftsszenarien und 36 Prozent realisieren bereits nachhaltige Kostensenkungspotenziale. Auch BET rät dazu, eine Liquiditätsanalyse und Auswirkungsprüfung durchzuführen und individuelle sowie unternehmensweite Szenarien zu erstellen. Hilfreich sei auch das Priorisieren von Handlungsfeldern und Maßnahmen.

Hierbei sehen 36 Prozent keine langfristigen Auswirkungen auf den Absatz ihres Unternehmens. 29 Prozent gehen von einem mittelfristigen sinkenden Absatz aus und 13 Prozent erwarten sogar, dass dieser dauerhaft sinkt. Die Unternehmensberatung rät unter anderem dazu, die Beschaffungsstrategie zu überprüfen und die finanziellen Planungsrechnungen sowie Beschaffungsmengen anzupassen. Dann könnten die Unternehmen von günstigen Marktpreisen profitieren.

Eine risikoreiche Angelegenheit

Risiken sehen 54 Prozent im Forderungsmanagement bei der Möglichkeit zur Stundung von Energierechnungen. 38 Prozent erwarten einen Forderungsausfall in signifikantem Umfang. BET empfiehlt, die Kundensegmentierung zu begutachten, um einen weitreichenden Überblick zu erhalten. Auch eine Liquiditätsanalyse deckt Handlungsbedarf auf und vermittelt Sicherheit. 

Im Vertrieb pflegen 61 Prozent einen engen Austausch zu ihren B2B-Kunden. 39 Prozent passen derzeit ihre Lastgangprognosen an und 32 Prozent engagieren sich stärker bei der Endkundenbindung sowie Neukundenakquise. Hilfreich könnte beim B2B-Kunden das Durchgehen der regulatorischen Möglichkeiten hinsichtlich Stundung und Zuschüsse sein.

Beschaffung befindet sich im Wandel

36 Prozent sind bereits in der Rückvermarktung aktiv. 14 Prozent etablieren einen neuen Rhythmus in der Beschaffung, um flexibel auf die Marktentwicklung reagieren zu können. Die Aachener raten den Unternehmen, in ein krisensicheres und strategisch ausgerichtetes Risikomanagement zu investieren. Dadurch könnte bei zukünftigen Krisen schneller reagiert werden.

Parallel dazu bieten sich im Vertrieb auch Chancen: 67 Prozent erkennen durch die Krise Digitalisierungs- und Automatisierungspotenziale von Prozessen. Aber 18 Prozent können derzeit keine Chance nutzen. Denn es bestünde gerade mal die Zeit, auf die aktuelle Situation zu reagieren.

Welche Erkenntnisse ziehen Sie aus der Krise für einen sicheren Netzbetrieb?

60 Prozent sehen verbesserte Homeoffice-Möglichkeiten. Hier wirft BET aber auf, dass dezentrale und virtuelle Prozesse auch neue Führungskompetenzen erfordern. 47 Prozent sehen an zweiter Stelle die Erhöhung der Investitionen in Digitalisierung. Aber diese benötige auch ein entsprechendes Change-Management, wenn betriebliche Prozesse neu ausgerichtet würden, verweisen die Aachener. Die Umfrage ist hier abrufbar. (gun)

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