Spaltung überwinden – Lebensqualität in Stadt und Land sichern: Das war das Motto der Auftaktveranstaltung zum Thema Daseinsvorsorge des VKU (Verband kommunaler Unternehmen) gestern Abend in Mainz. Unter der Moderation von Carsten Wagner, Geschäftsführer des VKU Verlags, diskutierten Malu Dreyer, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz, Michael Ebling, VKU-Präsident und Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Heinz Kaiser, Vorstand der Schott AG, Anja Obermann, Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Rheinhessen, sowie Frank-Thomas Wenzel vom Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Die Teilnehmer konstatierten, dass sich viele Menschen trotz des langen wirtschaftlichen Aufschwungs verunsichert fühlen. Das Phänomen sei sehr vielschichtig, sagte Dreyer. Die Unzufriedenheit habe nicht unbedingt etwas mit dem Geldbeutel zu tun. "Wir leben in einer Zeit des tiefgreifenden, raschen Wandels", so die Ministerpräsidentin. Viele Menschen hätten die Befürchtung, dass sie von den Auswirkungen negativ betroffen sein werden.
Stadtwerke als Stabilitätsfaktor
"Als Entscheidungsträger müssen wir den Bürgern das Gefühl geben, dass wir Einflussmöglichkeiten auf die Herausforderungen haben, auch wenn es sich zum Teil um globale Phänomene handelt", sagte VKU-Präsident Ebling. Wenn beispielsweise der Rhein wegen des Klimawandels Niedrigwasser hat, dann müsse man deutlich machen, dass man mit neuen Konzepten für die Energieversorgung oder für die Mobilität die Weichen für Veränderungen stellen kann. Gerade die kommunalen Unternehmen mit ihrer Präsenz vor Ort könnten eine wichtige Rolle als Gestalter für den gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen.
Schott-Vorstand Kaiser betonte, dass das Thema in dem Konzern, der seinen Hauptsitz in Mainz hat, große Bedeutung hat. "Wir als Unternehmen sind ein Spiegelbild der Gesellschaft", sagte Kaiser. Deshalb engagiere sich Schott mit zahlreichen Aktionen für die Gemeinschaft.
Kommunen brauchen mehr Finanzmittel
Wichtig sei, dass sich die Menschen wertgeschätzt fühlen, führte Obermann aus. Die Geschäftsführerin der Handwerkskammer Rheinhessen berichtete aus ihrem beruflichen Alltag, dass die Ausbildung im Handwerk weniger geachtet wird als ein Studium. Auch solche Einschätzungen könnten zu Frust und zu Protesthaltung führen.
Redakteur Wenzel wies darauf hin, dass die Kommunen vor dem Hintergrund der großen Zukunftsaufgaben entsprechende finanzielle Ressourcen benötigen. Unter anderem durch die Schuldenbremse würden die Haushalte geschwächt und die Infrastruktur würde veralten. "Die Fiskalpolitik muss neu gestaltet werden", meinte Wenzel. (hp)
Ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltung folgt in der Oktober-Ausgabe der ZfK.
Weitere VKU-Veranstaltungen zur Daseinsvorsorge sind in Baden-Württemberg, Brandenburg und Sachsen-Anhalt geplant.

