Bundesforschungsministerin Anja Karliczek

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek

Bild: © Arne Immanuel Bänsch/dpa

Die Gewinner des im Juni 2020 gestarteten Ideenwettbewerbs „Wasserstoffrepublik Deutschland“ stehen fest, wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mitteilt. Das Haus von Ministerin Anja Karliczek hat sich für drei Leitprojekte entschieden, die dazu beitragen sollen, technologischen Hürden beim Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft zu überwinden.

Das Leitprojekt H2Giga will die serielle Produktion von Elektrolyseuren ermöglichen. Was es brauche, seien bezahlbare, in Serie gefertigte Elektrolyseure, die modular an ihre jeweiligen Einsatzorte angepasst werden können. Das H2Giga-Konsortium vereint nach derzeitigem Stand 112 Partner aus Industrie, Wissenschaft und Verbänden in ganz Deutschland. Die Koordination übernimmt die DECHEMA e.V.

Wasserstoff auf hoher See

Das Leitprojekt H2Mare will ohne Netzanschluss und mithilfe von Offshore-Anlagen Grünen Wasserstoff auf hoher See herstellen. Zudem testet es die Herstellung von Wasserstoff- Folgeprodukten via Power-to-X. Die Offshore-Erzeugung von Grünem Wasserstoff und anderen Power-to-X-Produkten ist bis dato einmalig und besitzt nach Überzeugung der Projektverantwortlichen das Potential, eine weltweite Leuchtturmwirkung aus Deutschland heraus zu entfalten: Bei Erfolg könnten aus der Technologie neue Exportmöglichkeiten für Deutschland entstehen. Das Konsortium vereint nach aktuellem Stand 33 Partner aus Industrie und Wissenschaft in ganz Deutschland. Die Koordination übernimmt Siemens Energy.

Das Leitprojekt TransHyDE entwickelt, bewertet und demonstriert Technologien zum Wasserstoff-Transport. Denn ohne eine geeignete Transport-Infrastruktur könne eine Wasserstoffwirtschaft nicht funktionieren. Allerdings sei bisher noch unklar, welche Transport-Lösung am besten wo in welchem Umfang eingesetzt werden wird. Das „TransHyDE“ Konsortium vereint nach aktuellem Stand 89 Partner aus Industrie, Verbänden, Universitäten sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Koordiniert wird das Konsortium durch das Max- Planck-Institut für Chemische Energiekonversion, die Fraunhofer Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie sowie durch RWE Renewables GmbH.

Wasserstoff als Marathonlauf

Bis 2025 stellt das BMBF für die Leitprojekte 700 Millionen Euro aus dem Zukunftspaket der Bundesregierung bereit. „Das macht die Vorhaben zu einer der größten Initiativen des Bundesforschungsministeriums in den vergangenen Jahren“, so Karliczek.

Stefan Kaufmann, Innovationsbeauftragter „Grüner Wasserstoff“ betont in der Mitteilung, dass eine schlagkräftige, innovative und weltweit führende Industrie rund um die Erzeugung, den Transport und die Weiterverarbeitung von grünem Wasserstoff ein Schlüsselbaustein für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschlands sei.

Die Aufbruchsstimmung bei diesem Thema sei enorm. „Der internationale Wettbewerb bei Forschung und Innovation zieht spürbar an. Hier gilt es, bei diesem Marathonlauf in der weltweiten Spitzengruppe zu bleiben.“ (amo)

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