Machtzuwachs wider Willen: Die Bundesnetzagentur soll bald zusätzliche Kompetenzen bei Netzregulierungsfragen erhalten.

Machtzuwachs wider Willen: Die Bundesnetzagentur soll bald zusätzliche Kompetenzen bei Netzregulierungsfragen erhalten.

Bild: © Picture Alliance/dpa

"Im Jahr 2022 hat sich der Gasmarkt in Deutschland grundlegend verändert. Mit unserem Änderungsverlangen stellen wir nun die Weichen für eine nachhaltige Diversifizierung der deutschen Gasversorgung", sagte Klaus Müller, Präsident der BNetzA.

Der aktualisierte NEP Gas soll unter anderem den Weg zu einer zügigen Umstellung der Erdgasleitungen auf Wasserstoff ebnen und die Ertüchtigung des Gasnetzes vorantreiben, um die Transportaufgaben auch ohne russisches Erdgas zu erfüllen. Eine wesentliche Rolle spiele dabei die Einbindung von LNG-Anlagen in den deutschen Markt, so Müller weiter.

133 Maßnahmen für 4,1 Mrd. Euro

Mit dem Änderungsverlangen bestätigt die Bundesnetzagentur 133 der von den Fernleitungsnetzbetreibern vorgeschlagenen Netzausbaumaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von ca. 4,1 Mrd. Euro. Die bestätigten Maßnahmen umfassen insgesamt einen Leitungszubau von 925 km und einen Verdichterzubau in Höhe von 149 MW im Fernleitungsnetz.

Sieben Maßnahmen gestrichen

Im Entwurf des NEP Gas reichten die Fernleitungsnetzbetreiber noch 140 Vorschläge mit einem Investitionsvolumen von 4,4 Mrd. Euro ein. Im Vergleich zum NEP-Entwurf hat die Regulierungsbehörde sieben Maßnahmen gestrichen. Dazu zählen einige Leitungsprojekte sowie mehrere Gasdruckregel- und Messanlagen (GDRM). Die Anschlussleitung "Köln Süd 2" will die BNetzA durch eine alternative "Anschlussleitung "Knapsack" ersetzt sehen. Neu im NEP ist zudem die Aufnahme des GDRM-Projekts "Neuendorf".

Im Vergleich zum NEP Gas 2020-2030 kommen somit 82 neue Maßnahmen hinzu, hieß es weiter aus Bonn. Im Fokus der Vorschläge befanden sich Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der veränderten Flusssituation im Fernleitungsnetz standen.

Vor diesem Hintergrund und zur langfristigen Gewährleistung der Versorgungssicherheit spielen die Netzausbaumaßnahmen für den künftigen Abtransport von LNG-Mengen eine maßgebliche Rolle. Daneben seien weitere Ausbaumaßnahmen für künftige Bedarfe von Gaskraftwerken und die L-/H-Gas-Umstellung erforderlich, teilte die BNetzA weiter mit. (am)

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