Die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft verzeichnet coronabedingt einen massiven Einbruch bei den Fahrgastzahlen im ÖPNV. Die Geschäftsführung hofft, in den nächsten drei Jahren hier auf das Vorkrisen-Niveau zurückzukehren.

Die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft verzeichnet coronabedingt einen massiven Einbruch bei den Fahrgastzahlen im ÖPNV. Die Geschäftsführung hofft, in den nächsten drei Jahren hier auf das Vorkrisen-Niveau zurückzukehren.

Bild: © Leipziger Gruppe

Die Leipziger Stadtwerke und die Regionalversorger Envia M beenden ihren Streit um Konzessionen in eingemeindeten Stadtteilen von Leipzig. Sechs Jahre lang hatten die Unternehmen vor Gericht gestritten. Seit einem Jahr gab es dann neben den Prozessen auch Verhandlungen über eine außergerichtliche Einigung. Diese wurden nun erfolgreich beendet. Statt sich zu verklagen, wollen die Unternehmen nun enger zusammenarbeiten.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung zeigt sich erfreut: „Ein Ende des Rechtsstreits war nicht abzusehen. Umso mehr freue ich mich über diese kooperative Lösung. Die so eingesparten Rechtsverfolgungskosten können nun auf beiden Seiten sinnvoller unter anderem für die Weiterentwicklung der Netze in unserer Stadt genutzt werden.“

Verteilnetze gehen an die Stadtwerke

Und so sieht die Einigung aus: Beim Strom verkauft Envia M das Mittel- und Niederspannungsnetz der Stadtteile an die Stadtwerke. Parallel verkauft beim Gas auch Mitgas das Mittel- und Niederdrucknetz an das Kommunalunternehmen. Die Stadtwerke-Tochter Netz Leipzig wird also Netzbetreiber und übernimmt die Betriebsführung dieser Netze, wodurch sie ihr Gesamtnetz um zirka 30 Prozent vergrößert.

Umgekehrt übernimmt der Envia-M-Netzbetreiber Mitnetz Strom die Hochspannungsanlagen im gesamten Stadtgebiet im Pachtmodell. Das betrifft Freileitungen, Erdkabel und die 110-Kilovolt-Schaltanlagen. Hierfür werden alle Hochspannungsanlagen der Leipziger Stadtwerke im aktuellen Konzessionsgebiet der Stadt Leipzig an Mitnetz Strom verpachtet.

Gemeinsames Unternehmen im Gespräch

Zudem werde im Rahmen der Kooperationslösung geprüft, ob die Stadtwerke und Envia M das Eigentum ihrer Hochspannungsanlagen in eine Kooperation einbringen. Ziel sei, eine gemeinsame Gesellschaft zu gründen, an der die Leipziger Stadtwerke und Envia M zu je 50 Prozent beteiligt sind.

Im Gasbereich wiederum sollen ausgewählte Hochdruckanlagen in die bereits bestehende Gesellschaft Evil eingebracht werden. Diese wird gemeinsam von den Leipziger Stadtwerken und Mitgas zu je 50 Prozent gehalten. Mitnetz Gas wird dabei Netzbetreiber und übernimmt die Betriebsführung.

Beide Seiten bringen Kompetenzen ein

Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, fasst zusammen: „Anstatt sich noch jahrelang vor Gericht zu streiten, haben wir hier eine Lösung gefunden, bei der beide Seiten ihre Kompetenzen einbringen können und so voneinander profitieren. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit.“

„Die Einigung war dringend notwendig, um den Kunden in Leipzig ein zuverlässiger Netzbetreiber zu sein. Jetzt heißt es, die Netze und Anlagen für die Energiewende fit zu machen und durch neue Projekte und innovative Lösungen wie beispielsweise die Nutzung von Wasserstoff zu beschleunigen“, sagt Stephan Lowis, Vorstandsvorsitzender von Envia M. (wa)

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