Mehrere Verbände laufen Sturm wegen der geplanten Konditionen für die KWK im Kohleausstiegsgesetz.

Mehrere Verbände laufen Sturm wegen der geplanten Konditionen für die KWK im Kohleausstiegsgesetz.

Bild: © XtravaganT/AdobeStock

Die Bundesnetzagentur hat am Donnerstag die Zuschläge der Ausschreibungen für Kraft-Wärme-Kopplung-(KWK)-Anlagen und für innovative KWK-Systeme zum Gebotstermin 1. Juni 2021 bekannt gegeben. Wie von manchen bereits befürchtet wurde, wurde die KWK-Ausschreibung immens überzeichnet. Zu der ausgeschriebenen Menge von 58,533 Megawatt wurden 16 Gebote mit einem Volumen von 111,575 Megawatt eingereicht, teilt die Behörde mit. Zum Vergleich: Im Dezember wurden auf die ausgeschriebene Menge von 75 Megawatt 17 Gebote mit einem Volumen von 59,552 Megawatt eingereicht.

"Die KWK-Überzeichnung ist das klare Ergebnis der neuen Ausschreibungsgrenze. Statt 1 MW liegt die nun bei 500 kW. Der Clou ist, dass die Übergangsregelung erst nächste Woche im Bundestag besprochen und möglicherweise genehmigt wird", kommentiert Claus-Heinrich Stahl, Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK). "Da die Unsicherheit in der Branche groß war und noch ist, haben viele ihre Projekte sicherheitshalber bei der Ausschreibung angemeldet."

Gleichzeitig freut es ihn auch, dass die Nachfrage nach KWK groß ist: Man sehe deutlich, dass durch den Kohleausstieg die KWK an Bedeutung gewinnt, um künftig die Residuallast abzudecken.

Der durchschnittliche Zuschlagswert ist gesunken

Ein Gebot wurde vom Zuschlagsverfahren ausgeschlossen. Von den 15 zulässigen Geboten erhielten 13 Gebote mit einem Volumen von 57,849 Megawatt einen Zuschlag. Zwei zulässige Gebote konnten nicht bezuschlagt werden, da das Ausschreibungsvolumen für einen Zuschlag nicht ausreichte. 

Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 3,90 ct/kWh bis 7,00 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert liegt bei 5,64 ct/kWh und damit deutlich niedriger als im Dezember 2020. Da lag der Durchschnitt bei 6,75 ct/kWh.

Ausschreibungen für innovative KWK-Systeme

Zur ausgeschriebenen Menge von ungefähr 26 Megawatt wurden neun Gebote mit einem Volumen von rund 29 Megawatt eingereicht. Damit war die Ausschreibung für innovative KWK-Systeme wie beim vorangegangenen Gebotstermin überzeichnet. Von den acht zulässigen Geboten konnte für sieben ein Zuschlag erteilt werden. Die Zuschlagswerte lagen zwischen 10,50 ct/kWh und 11,78 ct/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 11,57 ct/kWh und lag damit etwas höher als die vorangegangen 10,80 ct/kWh. Das letzte, teilweise im Ausschreibungsvolumen liegende Gebot konnte nicht bezuschlagt werden, da es zum größeren Teil die ausgeschriebene Menge überstieg. Die ausgeschriebene Menge konnte daher mit 25,372 Megawatt nur teilweise ausgeschöpft werden.

"Grundsätzlich wäre es hilfreich die Fördertöpfe aufzustocken. Zum einen, um die Fernwärmenetze zu fördern und zum anderen, um gleichzeitig den Anteil der erneuerbaren Wärme durch den Ausbau der iKWK-Anlagen stetig zu steigern", so Stahl. (gun)

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