Strompreise: So verändern sich die Umlagen im kommenden Jahr. (Symbolbild)

Strompreise: So verändern sich die Umlagen im kommenden Jahr. (Symbolbild)

Bild: © Volker Werner/Adobe Stock

Die Umlagen auf den Strompreis steigen im kommenden Jahr deutlich. Die Übertragungsnetzbetreiber haben die Umlagen für 2027 am Montag veröffentlicht. Bereits kurz vor der Veröffentlichung teilte das Stadtwerke-Netzwerk ASEW mit, das sich die drei Umlagen auf 3,621 Cent pro Kilowattstunde (kWh) summieren. Zum Vergleich: Im laufenden Jahr liegen diese bei 2,946 Cent pro kWh. Das entspricht einem Plus von 22,9 Prozent.

Am stärksten wirken die beiden netzseitigen Umlagen. Die Offshore-Netzumlage steigt von 0,941 auf 1,143 Cent pro kWh und überschreitet damit erstmals die Ein-Cent-Marke, ein Plus von 21,5 Prozent. Der Aufschlag für besondere Netznutzung nach Paragraf 19 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) klettert von 1,559 auf 2,027 Cent pro kWh. Er springt damit über die Zwei-Cent-Marke, ein Anstieg um 30 Prozent.

Zwei Netzumlagen treiben den Preis, eine bleibt fast stehen

Kaum verändert sich die KWKG-Umlage. Sie finanziert die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG), also den gleichzeitigen Betrieb von Strom- und Wärmeerzeugung. Sie wächst von 0,446 auf 0,451 Cent pro kWh, ein Plus von 1,1 Prozent. Der KWKG-Finanzierungsbedarf 2027 liegt laut den Übertragungsnetzbetreibern bei rund 1,46 Milliarden Euro und damit unter der gesetzlichen Obergrenze von 1,8 Milliarden Euro. Für 2026 hatte die Umlage noch um 61 Prozent zugelegt, von 0,277 auf 0,446 Cent pro kWh.

Die Offshore-Netzumlage finanziert die Anbindung von Offshore-Windparks ans Stromnetz sowie Entschädigungen für Windparks, die verspätet ans Netz angeschlossen werden oder wegen Unterbrechungen nicht einspeisen können. Die Übertragungsnetzbetreiber kalkulieren dafür wälzbare Kosten von rund 3,865 Milliarden Euro.

Strompreise: Steuermilliarden entfalten nur begrenzte Wirkung

Ein Bundeszuschuss soll auch 2027 einen Teil der Netzkosten tragen, die sonst über die Netzentgelte auf die Stromkund:innen umgelegt würden. Doch der Zuschuss soll laut ASEW von 6,5 Milliarden Euro im laufenden Jahr auf 5,525 Milliarden Euro für 2027 sinken. Das Gesetz zur ensprechenden Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (Enwg) befindet sich jedoch noch im parlamentarischen Verfahren. Es soll die Zuschüsse bis zum Jahr 2029 regelen. Im Bundestag steht dazu Anfang November eine Sachverständigenanhörung an.

Wird der Zuschuss bis zum 7. Dezember nicht beschlossen, könnten die endgültigen Netzentgelte noch höher ausfallen, warnt der ASEW.

Fast so viel wie die frühere EEG-Umlage

Die Summe von knapp über 3,6 Cent pro kWh erreicht fast den Umfang der EEG-Umlage, die Mitte 2022 abgeschafft wurde. Zuletzt schlug sie mit 3,723 Cent pro kWh zu Buche. Daniela Wallikewitz, Geschäftsführerin der ASEW, gibt zu bedenken, dass die verbleibenden drei Umlagen lange nicht maßgeblich für die Entwicklung des Strompreises waren. Sie seien aber wichtige Indikatoren für die Energiewende.

"Dass es sich um weitgehend netzseitige Umlagen handelt, macht die aktuelle 'große Baustelle der Energiewende' immer deutlicher", sagt Wallikewitz. Da auch die Netzentgelte ab 2027 deutlich steigen, rücken Netzausbau und seine Kosten als Strompreistreiber stärker in den Fokus. Verbraucher:innen müssten im kommenden Jahr deshalb wohl mit tendenziell steigenden Strompreisen rechnen.

Hohes Preisniveau bleibt

Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte beträgt 2026 laut einer Analyse des größten deutschen Energiewirtschaftsverbands vom August 37 Cent pro kWh, nach 39,3 Cent im Jahr 2025.

Wallikewitz sieht die Preissensibilität der Kundschaft als weiterhin sehr hoch an. "Für Stadtwerke ist und bleibt es damit sinnvoll, ohne Ausflüchte oder Fingerdeuten die eigene Preiskalkulation offen und transparent zu machen", sagt sie. Kommunale Versorger sollten zudem stärker als bisher ihre Einbettung in die Region betonen.

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