Wie viele Menschen mit Schwerbehindertenausweis fahren eigentlich in Bussen der Stadtwerke Bad Salzuflen? Für das zuständige Bundesland Nordrhein-Westfalen scheint die Sache klar. Es sei der Auffasung, dass gut 3,5 Prozent aller Fahrgäste einen entsprechenden Nachweis hätten, sagt Jörg Moshage, bei den Stadtwerken unter anderem für die Verkehrssparte zuständig.
Also erhalten die Stadtwerke aus Düsseldorf eine pauschale Entschädigung. Für Schwerbehinderte ist der öffentliche Nahverkehr kostenlos.
Strittige Zahlen
Moshage hält dagegen. Er argumentiert: Die Zahl liege wegen der demografischen Struktur deutlich höher, bei acht bis elf Prozent. Und eine Erhebung eines beauftragten Unternehmens aus dem Jahr 2017 schien das zu bestätigen.
Nur überzeugen konnten die Stadtwerke das Land bislang davon nicht. Im Gegenteil: Die zuständige Bezirksregierung Detmold will festgestellt haben, dass die Firma nicht korrekt gezählt habe. Heißt: Mehr gezahlt hat das Land laut Stadtwerken nicht.
Klarheit schaffen
Jetzt landete der Fall vor Gericht. Denn für die Stadtwerke geht es um viel Geld, genauer um 400.000 Euro, wie die "Lippische Landeszeitung" berichtet. Sie wollen Klarheit: Hat das Land Unrecht? Dann will das Kommunalunternehmen die entsprechende Vergütung.
Oder hat das Land doch Recht, hat die Firma tatsächlich falsche Zahlen angegeben? Dann sind die 400.000 Euro zwar vom Tisch. Dann wollen die Stadtwerke aber das Unternehmen auf Schadensersatz verklagen.
Prozessauftakt recht kurz
Am Freitag begann der Prozess am Verwaltungsgericht Minden. Doch lange dauerte der erste Tag nicht. Die Fahrgastzählerinnen seien nicht im Gerichtssaal erschienen, erzählt Moshage. Also wurde die Verhandlung vertagt. (ab)


