In Berlin-Pankow profitieren künftig weitere Mieter von solarem Mieterstrom.

In Berlin-Pankow profitieren künftig weitere Mieter von solarem Mieterstrom.

Bild: © Berliner Stadtwerke

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) begrüßt die vom Bundeswirtschaftsministerium geplanten Vereinfachungen beim Netzanschluss neuer Solarstromanlagen auf Gewerbedächern. In den letzten Jahren hätten insbesondere unverhältnismäßige Zertifizierungsanforderungen den Photovoltaikausbau auf Firmendächern oberhalb einer Anlagenleistung von 135 Kilowatt stark behindert, so der Verband. Der BSW hofft nun auf eine schnelle Umsetzung der vorgesehenen Änderungen in der Elektrotechnische-Eigenschaften-Nachweis-Verordnung (NELEV) sowie einer neuen Technische-Anforderungen-Verordnung (TAV).

Den nun vorgelegten Verordnungsentwürfen sei ein monatelanger Konsultationsprozess vorangegangen, in dem neben der Bundesnetzagentur und Netzbetreibern auch der BSW eng eingebunden war. Der nun erzielte Kompromiss werde nach BSW-Einschätzung zu einem Wachstum des Photovoltaikzubaus auch auf Gewerbedächern in Deutschland beitragen.

Maximal 270 kW

Unverhältnismäßig strenge Zertifizierungsauflagen hatten nach Ansicht von Branchenvertretern in den letzten Jahren den Photovoltaikausbau auf Firmendächern stark gebremst und zu einem monatelangen Realisierungsstau bei der Solarisierung von Firmendächern geführt.

Die nun vorliegenden Regierungspläne sehen demnach vor allem vor, dass PV-Anlagen mit einer Anschlussleistung zwischen 135 bis 500 Kilowatt zukünftig von der Pflicht zum Anlagenzertifikat befreit werden, wenn sie über den Eigenverbrauch in der Kundenanlage hinaus maximal 270 Kilowatt Leistung ins Netz einspeisen.

Einfachere Netzanschlussregel

Eine wesentliche Vereinfachung sieht der Branchenverband darin, dass künftig bei diesen Anlagen nicht mehr die sehr aufwändige Netzanschlussregel VDE AR-N 4110 (Mittelspannungsrichtlinie) anzuwenden wäre, sondern die einfachere VDE AR-N 4105 (Niederspannungsrichtlinie), und zwar unabhängig davon, in welcher Spannungsebene der vorhandene Kundenanschluss liegt.

"Damit wird eine weitere große Marktbarriere beseitigt", lobt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. "Dank der bereits erfolgten Abwägung von Netz- und Solartechnik-Belangen beim Zustandekommen des Kompromisses wird es hoffentlich schnell zu einer Verabschiedung der Verordnungen kommen." (jk)

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