Flaute bei Wind, Gedränge bei Sonne

Flaute bei Wind, Gedränge bei Sonne

Bild: © Eisenhans/AdobeStock

Um die Treibhausgasreduktionsziele zu erreichen, müssen erneuerbare Energien in allen Sektoren genutzt werden. Das ergab eine Studie unter der Leitung der Kanzlei Beckner Büttner Held (BBH) zum "Integrierten Energiekonzept 2050" im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums (BMVI). Untersucht wurden mögliche Szenarien für die Transformation des Energiesystems und deren Auswirkungen. Zunächst zeigte die Untersuchung allerdings: Der Strombedarf wird trotz erheblicher Effizienzanstrengungen bis 2050 weiter steigen und die Versorgung der Sektoren Verkehr, Wärme und Industrie allein durch Strom wird kaum möglich sein.

Dieser Entwicklung könnten auch der Ausbau der Stromnetze und der Zubau von Flexibilitätsinstrumenten wie Stromspeicher und Wärmepumpen nicht genügend entgegenwirken. Das System könne nicht unbegrenzt Stromspitzen decken, die zu Zeiten geringer Einspeisung aus erneuerbaren Energien und gleichzeitig hoher Nachfrage nach strombasierter Wärme und Mobilität entstehen, so die Autoren der Studie. "Grüner Wasserstoff" könne und müsse daher die Erzeugung und Nachfrage von Strom zeitlich entkoppeln.

Förderung von Speichern und Wasserstoff

Aufgrund dessen empfehlen die Gutachter die Förderung von Energiespeichern und der Erzeugung von grünem Wasserstoff, da letztere Anlagen aufgrund ihrer heute noch hohen Herstellungskosten und der Letztverbraucherabgaben auf den eingesetzten Strom gegenwärtig nicht wirtschaftlich zu betreiben sind. Ziel müsse sein, das genügend kostengünstige Elektrolyseure vorhanden sind, wenn Überschussstrom ensteht.

Weitere Maßnahmen, um die erfolgreiche Transformation zu ermöglichen, könnten eine CO2-Bepreisung und ein Bonus-Malus-System für Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge sein. Außerdem könne über ein Erneuerbare-Energien-Kraftstoffgesetz gesteuert werden, dass im Verlauf der Transformation jeweils ausreichend regenerative Kraftstoffe zur Verfügung stehen, wenn diese vom Energiesystem benötigt werden. (pm)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper