Wir als Medium sind überzeugt: Eine lebendige Demokratie braucht professionellen Journalismus. Im Rahmen der Initiative "Demokratie braucht viele Stimmen" setzt die ZFK daher mit anderen journalistischen Medien ein Zeichen.
Journalismus ist aber kein Selbstzweck, deshalb haben wir in der kommunalen Welt und der Energiebranche nachgefragt: Warum brauchen Sie Journalismus? Es folgen fünf Bekenntnisse für einen unabhängigen Journalismus und eine pluralistische Demokratie.
"Klar, nicht jeder Artikel gefällt mir"

"Die Energiebranche steht stark in der Öffentlichkeit; und deswegen weiß ich aus erster Hand, wie Algorithmen in der Jagd nach Followern, Aufmerksamkeit und Klicks zu besten Freunden von Ideologien und Extrempositionen geworden sind. KI und Social Media befeuern die Entstehung der viel zitierten 'Echo Chambers', in denen immer wieder die gleichen Meinungen wiederholt werden – und mit jeder Wiederholung ein bisschen extremer.
Was dabei auf der Strecke bleibt, sind die Mitte, der Pragmatismus und auch die Vielfalt. Der Umbau der deutschen Energieversorgung ist ein hochkomplexes Thema; bei der EnBW, dem einzigen integrierten Energieunternehmen Deutschlands, kommuniziere ich alle Aspekte davon. Da freue ich mich über Journalistinnen und Journalisten, die nicht nur nachstanzen, was andere glauben – sondern kritisch hinterfragen. Klar, nicht jeder Artikel gefällt mir – aber lieber eine Perspektive mehr auf dem Tisch, als ideologische Vereinfachung."
Sebastian Ackermann
"Damit Debatten sachlich geführt werden können"

"In der Energiewirtschaft verändern sich Rahmenbedingungen ständig: Neue Gesetze, Verordnungen und Debatten haben direkte Auswirkungen auf Unternehmen, Kommunen und letztlich auf die Menschen vor Ort. Umso wichtiger ist ein unabhängiger Journalismus, der genau hinschaut, Zusammenhänge erklärt und Entwicklungen kritisch begleitet.
Gerade bei komplexen Themen reicht es nicht, vermeintliche Informationen einfach zu veröffentlichen. Es braucht Recherche, Einordnung und eine verlässliche Faktenbasis, damit Debatten sachlich geführt werden können. In einer Zeit, in der Algorithmen und künstliche Intelligenz zunehmend mitbestimmen, welche Informationen uns erreichen, wird diese Aufgabe noch wichtiger."
Constanze Reppin
"Echte Vielfalt ist auch unbequem"

"Professioneller Journalismus gehört zum Fundament einer informierten, mündigen Gesellschaft. Das gilt vom Lokalen bis hin zur Auslandsberichterstattung: Nur wer informiert ist, kann mitreden – und sich fundiert einbringen. Egal, ob es um den Windpark am Ortsrand geht oder um die Richtungsentscheidung einer Bundestagswahl.
Wir haben in Deutschland eine vielfältige Medienlandschaft, die seit Jahren unter wachsendem Druck steht. Es ist wichtig, dass wir sie erhalten. Das beinhaltet: inklusive der Medien, die nicht den persönlichen Geschmack treffen. Echte Vielfalt ist auch unbequem, denn sie provoziert Widerspruch und Reibung. Und genau diese Reibung brauchen wir, um den Diskurs nicht zu verlernen. Demokratie heißt auch, den Spagat zwischen den eigenen Überzeugungen und der Offenheit für andere Positionen zu üben. Journalismus hilft dabei, dass dies gelingen kann."
Oliver Hummel
"Wir brauchen Medien, die kritisch nachfragen"

"Journalismus ist unverzichtbar für eine funktionierende Demokratie. Er schafft Transparenz, ordnet komplexe Entwicklungen ein und ermöglicht es Menschen, sich auf Grundlage verlässlicher Informationen eine eigene Meinung zu bilden. Gerade in einer Zeit, in der Informationen in großer Menge und Geschwindigkeit verbreitet werden, sind unabhängige Medien wichtiger denn je. Professioneller Journalismus recherchiert, überprüft Fakten und gibt unterschiedlichen Perspektiven Raum. Damit leistet er einen entscheidenden Beitrag zu einer informierten demokratischen Öffentlichkeit.
Als kommunales Unternehmen steht die Stadtwerke Rostock AG für Verantwortung, Verlässlichkeit und den Dialog mit den Menschen in unserer Region. Dafür brauchen wir Medien, die kritisch nachfragen, Zusammenhänge verständlich erklären und gesellschaftliche Debatten begleiten. Journalismus schafft Vertrauen, weil er Orientierung bietet und Vielfalt sichtbar macht. Deshalb unterstütze ich die Initiative 'Demokratie braucht viele Stimmen'. Denn eine lebendige Demokratie lebt davon, dass viele Stimmen gehört werden und unabhängiger Journalismus ihnen eine Bühne gibt."
Heike Witzel
"Journalismus macht Zusammenhänge verständlich"

"Demokratie lebt davon, dass Menschen sich auf einer verlässlichen Grundlage eine eigene Meinung bilden können. Dafür braucht es unabhängigen Journalismus. Gerade in einer Zeit, in der Informationen in Echtzeit verfügbar sind, werden sorgfältige Recherche und Orientierung immer wichtiger.
Als kommunales Unternehmen erleben wir täglich, wie unmittelbar Themen wie Mobilität, Klimaschutz, Transformation und soziale Teilhabe das Leben der Menschen berühren. Journalismus macht diese Zusammenhänge verständlich, lässt unterschiedliche Perspektiven zu Wort kommen und begleitet Entscheidungen kritisch.
Seine besondere Stärke liegt für mich deshalb nicht in der Menge an Informationen, sondern in ihrer Einordnung. Damit unterstützt der Journalismus eine offene, informierte und demokratische Debatte."
Annette Grabbe
Jetzt sind Sie dran
Warum brauchen Sie Journalismus? Wie kann die ZFK ihrer Aufgabe als journalistisches Medium noch gerechter werden? Gibt es Stimmen, die Sie in der ZFK vermissen? Schreiben Sie unserer Redakteurin Pauline Faust (p-faust@zfk.de) unter dem Betreff "Demokratie braucht viele Stimmen".
Demokratie braucht viele Stimmen
Die ZFK unterstützt die Initiative "Demokratie braucht viele Stimmen", die ein Zeichen für Presse- und Rundfunkfreiheit, für Medienvielfalt und für eine informierte demokratische Öffentlichkeit setzt. Es ist eine gemeinsame Aktion journalistischer Medien in Deutschland. In der Aktionswoche vom 14. bis 20. September 2026 veröffentlicht die ZFK diverse Beiträge zum Thema.