Die Deutsche Umwelthilfe hat zwei Klagen in Mainz eingereicht.

Die Deutsche Umwelthilfe hat zwei Klagen in Mainz eingereicht.

Bild: © fotofox33/AdobeStock

Rund zwölf Milliarden Pfund (etwa 13,4 Milliarden Euro) sollen in Großbritannien bis zum Jahr 2030 in grüne Projekte und Innovationen fließen. Dies kündigte Premier Boris Johnson am Mittwoch an. «Auch wenn dieses Jahr einen anderen Verlauf genommen hat als erwartet, habe ich unsere ambitionierten Pläne nicht aus den Augen verloren.»

Der Zehn-Punkte-Plan, mit dem Johnson Großbritannien bis 2050 klimaneutral machen will, sieht Investitionen in Elektromobilität, Offshore-Windparks sowie die Förderung innovativer Technologien wie CO2-Speicherung oder den Einsatz von Wasserstoff als Energieträger vor.

250.000 neue grüne Arbeitsplätze

In verschiedenen Branchen sollen so bis zu 250.000 «grüne» Arbeitsplätze entstehen – vor allem fernab der Hauptstadt London. Die Regierung will damit zwei Ziele auf einmal erreichen: Neben dem Klimaschutz sollen sich die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in den Landesteilen stärker angleichen. Im Norden des Vereinigten Königreichs sind diese deutlich schlechter als im Süden.

«Unsere grüne industrielle Revolution wird angetrieben von Windturbinen in Schottland und dem Nordosten, in den Midlands hergestellten Elektroautos und in Wales entwickelten Technologien, damit wir in eine blühendere, grünere Zukunft schauen», so Johnson.

Ab 2030 Verkaufsverbot für Diesel und Benziner

Von 2030 an soll der Verkauf von neuen Diesel-Fahrzeugen und Benzinern verboten sein, Hybrid-Modelle dürfen noch fünf Jahre länger verkauft werden. Damit will Johnson auch die britische Elektroautoindustrie ankurbeln. 1,3 Milliarden Pfund sollen in die Lade-Infrastruktur fließen und knapp 600 Millionen in Kauf-Anreize für umweltfreundliche Fahrzeuge.

Außerdem will der Tory-Chef bis 2030 die Offshore-Windparks vor den britischen Küsten so weit ausbauen lassen, dass sie alle Haushalte des Landes mit Energie versorgen können. Großbritannien solle «das Saudi-Arabien des Windes» werden, betonte er.

Jeweils rund eine halbe Milliarde will er zudem in den Einsatz von Wasserstoff als Energieträger sowie in Atommeiler stecken. Während Technologien wie CO2-Speicherung Großbritannien zum innovativen Vorreiter machen sollen, fließt ein beträchtlicher Teil der Gelder allerdings auch in den reinen Überlebenskampf: Fünf Milliarden Pfund sind für Schutzmaßnahmen vorgesehen, die den Inselstaat vor Überflutungen schützen sollen.

Kritik von Labour, Lob von Greenpeace

Der für Energiepolitik zuständige Labour-Politiker Ed Miliband hält die Investitionen für nicht weitreichend genug: «Angesichts des Ausmaßes der Arbeitslosigkeit und der Klimakrise, denen wir uns stellen müssen, reicht das nicht annähernd aus», sagte Miliband. Das Programm sehe blass aus neben den deutlich höheren Milliardensummen, die Frankreich und Deutschland investieren würden.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte die geplante Förderung von Atomenergie und Wasserstoff, lobte insgesamt aber das Paket: «Auch wenn einige signifikante Fragezeichen und Lücken bleiben, ist das insgesamt ein großer Schritt nach vorne, um die Klimakrise zu bekämpfen», sagte Greenpeace-Sprecherin Rebecca Newsom. (dpa/hoe)

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