Die Welt ist nach wie vor im Ausnahmezustand – das spiegelt sich auch in den Stromverbrauchszahlen wider, die die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem Global Energy Review ermittelt hat. Die teilweise vollständigen Abschaltungen haben die Stromnachfrage weltweit um 20 Prozent gedrosselt, vor allem die Stromerzeugung aus fossilen Quellen leidet darunter, während die Erneuerbaren weiter zulegen.
Die IEA rechnet mit einem Gesamtrückgang der Stromnachfrage für 2020 in Höhe von fünf Prozent. Das wäre der stärkste Einbruch seit der Großen Depression in den 1930er Jahren. Insgesamt soll die Energienachfrage um sechs Prozent in diesem Jahr sinken, was Werte nach der internationalen Finanzkrise 2008 entspricht. Zu diesen Ergebnissen kommt der Gobal Energy Report unter der Annahme, dass die weltweiten Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie in den kommenden Monaten gelockert werden und sich die Wirtschaft allmählich erholt.
Kohleverstormung büßt zehn Prozent ein
Mit dem Rückgang der Stromnachfrage geht auch ein Anstieg des Anteils der Erneuerbaren Energien und der Atomkraft an der Erzeugung einher. Es wird damit gerechnet ,dass Wind, Sonne, Wasserkraft, Biomasse sowie Atomstrom dieses Jahr einen Anteil von 40 Prozent erreichen werden, womit sie rund sechs Prozentpunkte vor der Kohleerzeugung liegen. Zudem geht die IEA davon aus, dass Erneuerbaren-Projekte, die 2019 und Anfang diesen Jahres angefangen wurden den Anteil weiter steigern könnten.
Das Spannungsfeld aus sinkenden Verbrauchszahlen und der zunehmenden Erneuerbaren-Produktion inklusive Einspeisevorrang wirkt sich vor allem auf den Gas- und Kohleabsatz aus. Der kombinierte Anteil beider Energieträger am weltweiten Strommix wird dieses Jahr um drei Prozentpunkte auf ein Niveau von 2001 sinken. Die Kohle trifft es mit voraussichtlichen Nachfragerückgang von acht Prozent im Gesamtjahr besonders hart. Die Kohleverstromung büßt in Folge dessen rund zehn Prozent ein, so die IEA.
Erneuerbare wachsen um fünf Prozent
Die Erneuerbaren werden wahrscheinlich die einzige Energiequelle sein, die dieses Jahr wachsen. So prognostiziert der Global Energy Review einen sprunghaften Anstieg der Stromerzeugung um fast fünf Prozent bis Jahresende, was nicht zuletzt auch durch die stärkere Produktion aus Wasserkraft resultiert. (ls)
