Kostentreiber bei der Erreichung der Klimaziele sind laut der Studie des Forschungszentrums Jülich vor allem die Entwicklung und der Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe.

Kostentreiber bei der Erreichung der Klimaziele sind laut der Studie des Forschungszentrums Jülich vor allem die Entwicklung und der Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe.

Bild: © powell83/AdobeStock

„Ein wirksames Preissignal einer CO2-Besteuerung ist in Deutschland und der EU unverzichtbar“, unterstrich Johannes Teyssen am Montagvormittag zum Auftakt des internationalen Tech Festivals der „Start up Energy Transition (SET)“-Initiative in Berlin. „Dann braucht es auch keine Kohleausstiegskommission mehr“, so der Eon-Chef. Er sieht eine höheren CO2-Bepreisung als zentralen Anreiz, um fossile Energien zurückzudrängen und auf breiter Ebene Energiewende-Innovationen auf den Weg zu bringen. Hand in Hand damit gehe eine weitere Kostenreduzierung der Erneuerbaren sowie der Speichertechnologien.

Lokale Netzwerke als Schnittstelle

Teyssen sieht in der Dezentralisierung im Rahmen der Energiewende und der Kundenorientierung enorme Chancen. „Wir werden eine vollständige Verschiebung der Entscheidungsfindung von der zentralen auf die lokale und regionale Ebene erleben“, so seine Einschätzung. „Die Schrittmacher der Energiewende sind die Verbraucher“, sagte er. Die entscheidende Schnittstelle zu den Energieversorgern sieht er in „lokalen Netzwerken“. „Der Begriff Verteilnetzbetreiber ist eigentlich Quatsch“, sagte er. Es geht nicht mehr um Netze, sondern um lokale Netzwerke, auch im physischen Sinne, als Bindeglied zum Kunden und Kernelement einer Energiewende von unten. Über digitale Plattformen könnten die Energieversorger den Kunden vor Ort innovative Lösungen anbieten, die einen Mehrwert schaffen und gleichzeitig eine „grüne Welt“ vorantrieben.

Mit Kundennähe punkten

Hierbei sieht er Eon in Folge des Milliardendeals mit der RWE gut aufgestellt. „Wir werden eine der führenden Unternehmen in Europa sein, die als lokale Netzwerkbetreiber nahe beim Kunden sind, mit über 50 Millionen Kunden und über 1,5 Millionen Kilometer Netzwerken“, so Teyssen. „Wir sind diejenigen, die dafür sorgen, dass die Energiewende vor Ort funktioniert, auch über die Sektoren hinweg“, ergänzte er. Strom sei „das Öl des 21. Jahrhunderts“, doch müsse es darum gehen auch die Wärme und den Verkehr verstärkt zu dekarbonisieren. Die Energiewende darf nicht bei der Stromwende stehenbleiben“, unterstrich er. Gleichzeitig warnte der Eon-Chef die Politik davor, bei der Energiewende „das große Ganze“ aus dem Blick zu verlieren und sich in Partikularinteressen zu verstricken.

Dena-Chef Andreas Kuhlmann unterstrich zum Auftakt des SET Tech Festivals die Bedeutung von innovativen Geschäftsmodellen für die Energiewende. 18 Finalisten eines internationalen Startup-Wettbewerbs werden am Dienstagabend im Rahmen des Berlin Transition Dialogue und der Berlin Energy Week ausgezeichnet. (hcn)









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