Die Internationale Energieagentur (IEA) hat am Montag ihren Marktbericht zu den Erneuerbaren 2019 veröffentlicht. Vor allem die Dach-PV hat große Chancen in der Zukunft, aber auch sie bleibt ähnlich wie andere Technologien der Energiewende hinter ihren technischen Möglichkeiten zurück.
Insgesamt zeichnet der Bericht ein relativ positives Wachstum der Erneuerbaren weltweit. So sollen die Stromkapazitäten aus regenerativen Quellen zwischen 2019 und 2024 um die Hälfte ansteigen. Konkret bedeutet das ein Plus von 1200 GW. Rund 60 Prozent davon werden über PV-Anlagen gedeckt.
Private Dach-PV werden zum Treiber
Vor allem Dach-PV-Anlagen boomen – sie machen fast die Hälfte des Wachstums des gesamten PV-Marktes in den nächsten fünf Jahren aus. Wider erwarten machen nicht industrielle oder gewerbliche Anwendungen das Gros der installierten Anlagen aus, sondern drei Viertel der Neuinstallationen werden aus dem Privatbereich stammen, so die IEA.
Allein im Haushaltsbereich soll sich die Zahl der Solardachsysteme bis 2024 auf rund 100 Mio. mehr als verdoppeln. Die Spitzenmärkte pro Kopf werden dabei angeführt von Australien, Belgien, Kalifornien, den Niederlanden und Österreich.
600 GW Ausbaupotenzial
Die guten Aussichten führt die IEA insbesondere auf die prognostizierte Kostenentwicklung zurück. Bis 2024 sollen diese um 15 bis 35 Prozent sinken. Sollten die Wirtschaft einen Aufschwung erleben, die Technologie politische Unterstützung bekommen und eine effektivere Regulierung zugrunde liegen, könnte die installierte PV-Leistung sogar auf 600 GW steigen.
Was beeindruckend klingt, entspricht faktisch jedoch immer noch nur sechs Prozent des technischen Potenzials der dezentralen PV-Erzeugung, bezogen auf die insgesamt verfügbare Dachfläche weltweit. Auch der Wärmesektor bleibt deutlich hinter der technischen Machbarkeit zurück. Der Erneuerbaren-Anteil am Gesamtwärmebedarf wird 2024 voraussichtlich unter zwölf Prozent liegen. Auch im Verkehrssektor sieht es wenig erfreulich aus. Nur ein Zehntel des Verbrauchs an erneuerbaren Energien wird im Verkehrssektor stattfinden, stattdessen sind Biokraftstoffe nach wie vor die treibenden Kräfte vor allem im asiatischen Raum. (ls)