Könnte in Österreich bald der Vergangenheit angehören: die Ölheizung im Heizungsraum.

Könnte in Österreich bald der Vergangenheit angehören: die Ölheizung im Heizungsraum.

Bild: © Rainer Sturm/pixelio

Seit dem 1. Januar gilt in Niederösterreich das Verbot für Ölheizungen – vorerst allerdings nur in Neubauten. Um alle anderen Verbraucher zu bewegen, in eine emissionsärmere Alternative zu investieren, lockt die Regierung mit einem "Raus aus dem Öl"-Bonus. Dieser verspricht bis zu 5000 Euro bei der Umstellung auf ein klimafreundlicheres Heizsystem, teilt die niederösterreichische Landesregierung mit.

Für Bundesministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) ist das Inkrafttreten des Ölkesselverbots in Niederösterreich wichtig, um mehr saubere Energie im Land zu produzieren. "Österreichweit gibt es immer noch rund 700.000 Anlagen, aus denen wir Schritt für Schritt und sozial verträglich aussteigen wollen", erklärt sie.

Das Ende für den "größten Klimakiller"

Auch für Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) ist klar: Die Ölheizung hat ausgedient. "Wenn jemand neu baut, hat ein Ölkessel darin nichts mehr verloren, sie sind die größten Klimakiller", erklärt der Politiker. Statt Atomstrom soll "sichere und saubere Energie" gewonnen werden. "Wir zeigen vor, dass es geht. Seit 2015 erzeugen wir bereits 100 Prozent des Strombedarfes aus erneuerbarer Energie", berichtet er.

Nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch ist die Umstellung ein Gewinn. Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich, rechnet vor: "Wenn man ein typisches Einfamilienhaus in Niederösterreich mit Öl beheizt, kostet das pro Heizsaison rund 2390 Euro. Mit einer Pelletheizung wären das nur 1400 Euro, mit Erdwärme 1050 Euro."

Holz und Pelletts als Alternative

Je nach Gebäudetyp seien Pellet- oder Stückholzheizung, Solaranlage, eine Wärmepumpe, falls vorhanden Nahwärme oder eine Kombination dieser Systeme das Mittel der Wahl, um auch langfristig Kosten zu sparen, führt Greisberger weiter aus. Auch die mehr als zwei Mrd. Euro, die aktuell netto für den Import von Öl, Kohle und Gas ausgegeben werden, könnten so eingespart werden. Das spreche auch für den Energieträger Holz, der zum Großteil aus der Region komme, im Falle der Pellets sogar exportiert werde und zudem Arbeitsplätze in Österreich schaffe.

Aktuell heizen noch 15 Prozent der niederösterreichischen Haushalte mit Öl. Diese Zahl soll mit Hilfe des ab sofort geltenden gesetzlichen Verbots kontinuierlich reduziert werden. Bis zum Gesetzesbeschluss war die Änderung umstritten, wie österreichische Medien berichteten.

Dänemark agiert als Vorreiter

Als europäischer Vorreiter beim Verbot fossiler Heizungen gilt Dänemark. Unser nördliches Nachbarland verbot bereits 2013 Öl- und Gasheizungen in Neubauten. Seit 2016 ist die Installation solcher Wärmeerzeuger auch im Bestand verboten. (hol)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper