Eine Lanze für die Bedeutung des kommunalen Engagements zur Erreichung der Ziele des Green Deal der EU brach bei dem virtuellen Kongress des Verbands kommunaler Unternehmen Österreichs (VKÖ) am Donnerstag Christian Holzleitner, Referatsleiter bei der Generaldirektion Klimaschutz der EU-Kommission.
„Wir müssen auf die lokale Ebene kommen“, betonte Holzleitner, sonst blieben Klimaschutzziele oft zu abstrakt. Um die Menschen mitnehmen zu können, sei es wichtig zu zeigen, dass Klimaschutz gerade in Städten auch mehr Lebensqualität bedeute.
Innovation Fund: Eigene Ausschreibung für kleinere Projekte
„Wer weiß am besten was in einer Stadt gemacht werden kann, das sind natürlich die Leute vor Ort“, sagte Holzleitner. Brüssel könne nur den regulatorischen Rahmen für Europa geben. Doch entscheidend seien natürlich konkrete Maßnahmen für mehr Klimaschutz auf der lokalen Ebene.
Um entsprechende Projekte speziell auch kommunaler Unternehmen in Europa zu fördern, startet nun die EU Kommission im Rahmen ihres Innovation Fund eine eigene Ausschreibung für Kleinprojekte mit Kapitalausgaben bis zu 7,5 Millionen Euro, berichtete Holzleitner.
Bis zu 60-prozentige Förderung möglich
Gefördert kann eine große Bandbreite von zukunftsweisenden Maßnahmen von der Abwärmenutzung für die Fernwärme, dezentralen Speicher- und erneuerbaren Versorgungskonzepten, innovativem Holzbau, Gebäudesanierung oder Wasserstoffnutzung bis zur Kreislaufwirtschaft.
Möglich ist eine Förderhöhe von bis zu 60 Prozent. Die Antragsfrist startet am 1. Dezember und läuft bis zum 10. März 2021. Am 9. Dezember wird für interessierte Antragsteller ein Webinar angeboten.
European Climate Pact fördert Erfahrungsaustausch
Auf die Stärkung des kommunalen Engagements zielt auch der European Climate Pact ab, der Kooperationen und einen Erfahrungsaustausch über Best-Practice-Modelle fördern will und in Nachfolge des „Covenant of Majors“ steht, so Holzleitner.
Über den 750 Milliarden Euro starken Wiederaufbauplan „Next Generation EU“ sollen auch gezielt Leuchtturmprojekte aus dem Bereich Klimaschutz, Gebäudesanierung und grüneres Wirtschaften gefördert werden.
Österreichischen Wärmemarkt bis 2040 dekarbonisieren
Die ehrgeizigen Klimaschutzziele Österreichs unter anderem im Bereich der Wärmewende, unterstrich Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz. Ziel sei den Wärmemarkt der Alpenrepublik bis 2040 vollständig zu dekarbonisieren.
Eines der großen Themen sei hierbei der Umstieg auf eine erneuerbare Fern- und Nahwärmeversorgung, unterstrich die grüne Politikerin. Auch werde derzeit ein größeres Paket zum Markthochlauf von grünen Gasen und Wasserstoff erarbeitet.
Kommunales Crowdfunding war ebenfalls Thema
Ein weiterer Referent der VKÖ-Veranstaltung war unter anderem Carsten Wagner, Geschäftsführer des VKU Verlags aus Berlin, der zu „Kommunales Crowdfunding – innovative und digitale Weiterentwicklung der Spenden- und Sponsoring-Strategie“ sprach. (hcn)


