Das Positionspapier der EU-Kommission „The 2030 Climate target plan“, das der ZfK vorliegt, spricht sich für eine 55-prozentige Reduzierung von Treibhausgasemissionen in der EU bis 2030 aus, bezogen auf das Basisjahr 1990. Das jetzige Klimaschutzziel bis 2030 liegt bei einer 40-prozentigen Reduzierung.
Entsprechend plädiert die Kommission für eine Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien in den verschiedenen Sektoren. So soll der Anteil der erneuerbaren Stromerzeugung in der EU von derzeit 32 Prozent auf mindestens 65 Prozent erhöht werden. Wärme und Kälte sollen bis 2030 zu mindestens 40 Prozent mittels erneuerbarer Energien bereitgestellt werden, davon zu einem maßgeblichen Anteil über erneuerbaren Strom.
24 Prozent Erneuerbaren Anteil im Verkehr bis 2030
Der Anteil der erneuerbaren Energien im Transportsektor soll von 7 Prozent im Jahr 2015 auf 24 Prozent in 2030 steigen. Erreicht werden soll dies über batterieelektrische Antriebe, „advanced biofuels“ und „other renewable and low carbon fuels“. Für die Dekarbonisierung des Schwertransports, des Flug- und Schiffsverkehrs setzt die Kommission hauptsächlich auf sauberen Wasserstoff („clean hydrogen“) sowie seine Derivate (Power-to-Liquid).
Zum Ersatz fossiler Brennstoffe in der CO2-intensiven Industrie sowie für Hochtemperaturwärme sieht die Kommission erneuerbaren Wasserstoff („renewable hydrogen“) als entscheidend an.
Heute Verabschiedung geplant – morgen Vorstellung im EU-Parlament
Insgesamt möchte die Kommission laut dem Positionspapier den Erneuerbaren-Anteil am Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 auf 32 bis 40 Prozent erhöhen, statt wie derzeit noch vorgesehen auf 32 Prozent.
Das Positionspapier soll im Laufe des heutigen Dienstags von der Kommission verabschiedet werden, wie die ZfK erfuhr. Am morgigen Mittwoch möchte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die verschärften Umweltziele in ihrer Rede zur „Lage der Europäischen Union“ vor dem Europaparlament vorstellen. Der Umweltausschuss des EU-Parlaments votierte vergangene Woche für eine 60-prozentige Treibhausgasreduzierung bis 2030, wobei diese Marke nicht von allen Fraktionen des gesamten Parlaments mitgetragen wird. (hcn)


