Ingbert Liebing ist Hauptgeschäftsführer des VKU.

Ingbert Liebing ist Hauptgeschäftsführer des VKU.

Bild: © VKU/Chaperon

Die EU-Kommission zieht offenbar eine weitere Unterstützung der Energieproduktion aus Erdgas als Übergangstechnologie in Erwägung, um die Klimaziele zu erreichen.  «Für Mitgliedstaaten, die schnell aus der viel umweltschädlicheren Kohle aussteigen müssen, kann Erdgas die schnellste und kostengünstigste Alternative sein», sagte Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis bei der Vorstellung der Sustainable-Finance-Strategie.

Es gehe allerdings nur um den Übergang. Die Energieproduktion aus Gas werde am Ende auch auslaufen müssen.

Waste-to-Energy anerkennen

VKU und BDEW haben die Strategie in ersten Stellungnahmen grundsätzlich begrüßt, aber ihre Forderung nach klaren Vorgaben erneuert, damit weiter in „notwendige Brückentechnologien“ wie Gas investiert werden kann.

„Gas-KWK muss von der Taxonomie als nachhaltig anerkannt werden, weil sie eine sichere und bezahlbare Energieversorgung mit einer klimafreundlicheren Technologie für den notwendigen Übergang ermöglicht“, forderte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing.

Außerdem plädierte er dafür, dass die EU-Taxonomie den Umbau der Gas- zu Wasserstoffnetzen ermögliche, eine Berücksichtigung der Novelle der kommunalen Abwasserrichtlinie in den Bewertungskriterien der Brüsseler Verordnung, die Miteinbeziehung des Energieeinsparpotenzials von Waste-to-Energy, sowie mit Blick auf die Ausweitung der Berichtspflichten im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive angemessene Übergangsfristen und Augenmaß.

EU prüft Förderung von Krediten

Die EU-Kommission will mit ihrer Sustainable-Finance-Strategie dafür sorgen, dass Konsumenten und Anleger mehr Geld in nachhaltige Güter und Projekte investieren. Das Konzept sieht vor, die Förderung grüner Verbraucher- und Hausbaukredite zu prüfen.

Zudem soll unter anderem dafür gesorgt werden, dass Investoren bei Anlageentscheidungen mehr Informationen darüber bekommen, wie Unternehmen Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung berücksichtigen.

Freiwilliger EU-Standard für grüne Anleihen

Neben der neuen Strategie für ein nachhaltiges Finanzwesen schlug die Kommission eine Verordnung über einen freiwilligen EU-Standard für grüne Anleihen vor. Emittenten soll damit ein robustes Instrument zur Verfügung stehen, mit dem sie nachweisen können, dass sie grüne Projekte finanzieren.

Investoren sollen gleichzeitig leichter erkennen können, ob ihre Investitionen nachhaltig sind. Konkret soll zum Beispiel durch Berichtspflichten vollständige Transparenz darüber erzielt werden, wie Erlöse aus einer grünen Anleihe verwendet werden.

VÖB: "Standard schafft präzise Kriterien für Emittenten und Investoren"

Der Kommissionsvorschlag wird nun dem Europäischen Parlament und dem Rat vorgelegt. Der Bundesverband öffentlicher Banken (VÖB) begrüßte den neuen Standard für Green Bonds. Dieser sei klar an der EU- Taxonomie ausgerichtet und schaffe so präzise Kriterien für Emittenten und Investoren.

"Die Anforderungen an das Berichtswesen und die Bewertungsprozesse sind hoch. Erfreulich ist, dass die Regelung keinen Ausschließlichkeitsanspruch erhebt", so der VÖB weiter in einer Pressemitteilung. So blieben weitere Marktstandardisierungen möglich.  (hoe/dpa)

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