(Globale) Ölförderung ohne neue Investitionen ab 2018 sowie Nachfrage in den Szenarien "New Policies" und "Sustainable Development"

(Globale) Ölförderung ohne neue Investitionen ab 2018 sowie Nachfrage in den Szenarien "New Policies" und "Sustainable Development"

Bild: © Aspo / WEO

Jüngst hat Fatih Birol, Exekutivdirektor der International Energy Agency (IEA), den World Energy Outlook präsentiert, das stark beachtete Prognosepapier zur Zukunft der Energieträger. Die Association for the Study of Peak Oil (ASPO) Deutschland hat das Dokument genauer analysiert und dabei fiel Vorstand Jörn Schwarz ein Diagramm im käuflichen Exemplar des Outlooks auf, das die Entwicklung der Rohölproduktion ohne weitere Investitionen betrachtet. Auffallend ist dabei der starke Abfall der Produktion in den kommenden Jahren.

Auch bei der Vorstellung des Berichts sagte Fatih Birol laut Schwarz einen bemerkenswerten Satz: „Die Ölmärkte befinden sich in einer Zeit der erneuten Unsicherheit und Volatilität.“ Diese Aussage lasse sich nicht anders deuten, als dass in Zukunft eine große Erfordernis eines „außerordentlichen, kontinuierlichen Wachstums im Sektor der unkonventionellen Ölförderung in den USA“ nötig sei, um den künftigen Ölbedarf zu decken.

Bericht appelliert an Unternehmen, stärker zu investieren

Wenn nicht massiv in neue Erdölförderungen aus neuen Quellen investiert werde, dann – so die IEA – wird 2025 die Erdölförderung auf die Hälfte des heutigen Standes zurückfallen. Damit will der Bericht an die Unternehmen appellieren, stärker in die Exploration zu investieren, befindet der ehemaligen Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell. Das allerdings gehe nur, wenn noch ausreichend Öl vorhanden sei. Doch viele Geologen betrachten die Erde als „aus-exploriert“, da eine massive Investitionstätigkeit seit Anfang der 2000er Jahre zu keinen großen Neufunden geführt habe, so Fell. Im Gegenteil: die Neufunde seien auf ein historisches Tief gefallen. Daher habe die Ölindustrie ihre Investitionen seit 2014 stark zurückgefahren und zeige wenig Bereitschaft, diese wieder auszuweiten; stattdessen werden in großem Stil Aktien zurückgekauft.

Laut Aspo gehe die globale Jahresförderung aller Ölsorten in den gegenwärtig betriebenen Ölfeldern mit circa 6 Mio. Barrel pro Tag zurück. Die Bedarfe werden aber gemäß den beiden wichtigsten Szenarien ohne erhebliche zusätzliche Investitionen bei weitem nicht gedeckt. Dies habe weitreichende Folgen: Wie lange künftige Investitionen die in den nächsten Jahren größer werdende Lücke zwischen alter Förderung und Nachfrage schließen werden können, sei daher die große Frage. „Die noch zu erwartende Ausweitung der unkonventionellen Ölförderung in den USA wird die anwachsende Lücke nicht schließen können“, befindet ASPO Deutschland. Die IEA rechne daher mit einer Versorgungskrise Anfang der 2020er Jahre. (al)

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