Der mit Erdgas-Motor ausgestattete Iveco Stralis NP verfügt über eine Leistung von 460 PS.

Der mit Erdgas-Motor ausgestattete Iveco Stralis NP verfügt über eine Leistung von 460 PS.

Bild: © Iveco

Zu einer Einigung zwischen Europäischem Parlament und Europäischer Kommission kam es schon Ende März. Nun hat die Europäische Kommission die Eckpunkte für die Reduzierung von Emissionen im Schwerlastverkehr und bei Bussen veröffentlicht: Hersteller dieser Fahrzeuge müssen künftig beim Ausstoß von Kohlendioxid Grenzwerte beachten. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen sollen 2030 mindestens 30 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen,  als Zwischenetappe soll der Ausstoß bis 2025 um 15 Prozent fallen, berichteten die Hersteller Iveco und Scania.

Für Personenkraftwagen gibt es eine solche CO2-Verordnung seitens der EU bereits seit 2012. Die Regulierung der CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen ist allerdings weitaus komplizierter, teilte Scania mit. Ein Lastwagen sei ein individuell ausgelegtes Arbeitsinstrument zur Durchführung spezieller Transportaufgaben. Lastkraftwagen werden daher in tausenden verschiedenen Ausführungen verkauft.

Große Emittenten

Doch die Fahrzeuge emittieren CO2 – und nicht zu wenig: Schwere Nutzfahrzeuge steuern laut Scania etwa 25 Prozent der im Straßenverkehr in der EU entstehenden CO2-Emissionen bei und circa fünf Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der EU. Von daher können diese neuen Verordnungen zur Reduzierung beitragen.

Nach den neue Vorschriften müssen Hersteller  schwerer Lastkraftwagen ab Januar 2019 einen sogenannten  Vecto-Wert erfassen. Vecto steht für Vehicle Energy Consumption Calculation Tool und ist ein Simulationsprogramm, das den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen entweder einer kompletten Lastwagen-Anhänger-Kombination oder eines Sattelaufliegers mit Standardkoffer berechnet. Diese neuen Vorschriften gelten zunächst für die Emissionen der gängigsten Lastkraftwagen-Modelle auf europäischen Straßen, nämlich 4x2- und 6x2-Konfigurationen. Die Konfigurationen 6x4 und 8x4 folgen 2020, erläuterte Scania.

Scania: Ganzheitlicher Ansatz ist wichtig

Im Hinblick auf die neue EU-Gesetzgebung unterstreicht Scania aber die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes zur Kohlenstoffreduzierung. Dieser sollte auch alternative Kraftstoffe, Fahrtraining, Fahrzeugoptimierung, effizientere Logistik und teilautonomes Platooning umfassen. Erik Dahlberg, Head of Regulation and Standards bei Scania, fordert deshalb, das Simulationsmodell Vecto noch stärker auszubauen. Vecto sei ein simulierter Wert, der von einem Standard-Transportauftrag und einem Standard-Aufbau ausgehe. Dies bedeute, dass Vecto nicht alle wesentlichen Fahrsituationen und Lastwagen-Aufbauten abbilden kann. Scania setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz, um den realen Kraftstoffverbrauch zu erfassen.

Der Hersteller Iveco betont, dass es sich bei den EU-Vorgaben um „extrem anspruchsvolle Vorgaben“ handele. Iveco sehe sich selbst als Pionier und technischer Vorreiter, erklärt Pierre Lahutte, Iveco Brand President, und schlägt eine Lanze für CNG-Mobilität. „Unsere komplette Flotte von Methangas-Fahrzeugen auf Europas Straßen beweist, dass dieser Kraftstoff ebenso Umwelt- wie Kostensenkungspotenzial hat und damit zuallererst den ambitionierten Klimazielen entgegenkommt.“

Bessere Werte durch Biomethan

Ein mit Erdgas fahrender 44-Tonnen-Stralis NP zeige eine circa 40 bis 60 prozentige NOx-Reduzierung und eien 20-prozentige CO2-Einsparung. Bei Verwendung von Biomethan, das aus organischen Abfällen gewonnen wird, kommt man auf eine CO2-Reduktion von 80 Prozent. Biogas aus Agrarabfällen ergebe bis zu 95 Prozent. (al)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper