Die vier Reaktoren des Kernkraftwerks Dukovany, ein Druckwasserreaktor russischer Bauart, wurden zwischen 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Das Kraftwerk liegt etwa 200 Kilometer östlich von Passau.

Die vier Reaktoren des Kernkraftwerks Dukovany, ein Druckwasserreaktor russischer Bauart, wurden zwischen 1985 und 1987 in Betrieb genommen. Das Kraftwerk liegt etwa 200 Kilometer östlich von Passau.

Bild: © CEZ

Die tschechische Regierung hat ein Finanzierungsmodell für den Bau eines neuen AKW-Reaktorblocks am Standort Dukovany verabschiedet. Mit dem Projekt würden "bezahlbare Strompreise" und die "energetische Eigenständigkeit" gesichert, schrieb Industrieminister Karel Havlicek bei Twitter. 

Die Finanzierung erfolgt nach einem Bericht der Zeitung "Pravo" (Dienstag) zu 70 Prozent über einen Staatskredit, der in der Bauphase zinslos sei und später mit zwei Prozent verzinst werde. Den Rest schultert demnach der Stromkonzern CEZ. Die Gesamtkosten dürften gemäß früheren Angaben bei rund sechs Milliarden Euro liegen.

EU muss staatliche Beihilfen genehmigen

Im nächsten Schritt soll die EU-Kommission über die Pläne informiert werden. Es handele sich aus Sicht des EU-Rechts um genehmigungspflichtige staatliche Beihilfen, teilte die Regierung in Prag mit. In Betrieb gehen soll der neue AKW-Block im Jahr 2036. Dukovany liegt rund 100 Kilometer nördlich von Wien und 200 Kilometer östlich von Passau. Dort befinden sich bereits vier Reaktoren vom sowjetischen Typ WWER-440/213 aus den 1980er-Jahren.

Anders als Deutschland setzt Tschechien unter Regierungschef Andrej Babis weiter auf die Atomkraft. Doch Umweltschützer sehen das kritisch. Eine Studie zum benachbarten Polen im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy war bereits vor zwei Jahren zu dem Schluss gekommen, dass Investitionen in erneuerbare Energiequellen günstiger kämen als ein AKW-Neubau. (dpa/hil)

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