Der Import von grünem Wasserstoff nach Deutschland darf nicht zu Lasten der Energieversorgung in den Ländern gehen, in denen er produziert wird. Darauf weist die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hin. Für die Herstellung des Wasserstoffs solle „zusätzlicher“ Strom genutzt werden. Hierfür werde in der Regel der Ausbau von erneuerbaren Energien in den Partnerländern erforderlich sein, betont die Bundesregierung in ihrer Stellungnahme und beteuert, dass sie keinen Export von Wasserstoff fördern werde, der auf Kosten der Eigenversorgung produziert wird.
Mit Blick auf das Wasser, das für die Elektrolyse benötigt wird, könne es in den Partnerländern durchaus zu „Nutzungskonkurrenzen“ kommen, räumt die Bundesregierung ein. Insbesondere zwischen den Sektoren Siedlungswasserwirtschaft, Energie und Landwirtschaft könne eine solche Situation eintreten. Die Nationale Wasserstoffstrategie berücksichtige die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen wie Wasser, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Entsprechend dem Menschenrecht auf Wasser und dem Prinzip „Leave no one behind“ der Agenda 2030, dürfe die nachhaltige Wasserversorgung nicht durch die Erzeugung von Wasserstoff beeinträchtigt werden.
Umweltrisiken durch Salzsole
Die Nutzung von herkömmlichen Meerwasserentsalzungsanlagen berge ebenfalls Umweltrisiken, da ins Meer zurückgeleitete Salzsole den lokalen Salzgehalt stark erhöhen könne, räumt die Bundesregierung auf Nachfrage ein.
Stellung nimmt die Bundesregierung in ihrer Antwort auch zu den verschiedenen „Farben“ des Wasserstoffs. Deutschland plane weder im In- noch im Ausland einen Aufbau von Erzeugungska- pazitäten für „blauen“ Wasserstoff. Dieser werde jedoch übergangsweise genutzt werden müssen. Die Herstellung von „blauem“ Wasserstoff sei in Deutschland nicht möglich und werde in der Wasserstoffstrategie nicht adressiert. Hintergrund sind die fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen für die Speicherung von CO2.
Linke gegen Wasserstoffpläne der Bundesregierung
Die Linke hat die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung wiederholt als reines "Wunschdenken" kritisiert und dabei auch Zweifel an der Umweltverträglichkeit der Pläne geäußert. Im Bereich Gebäude und Verkehr auf importierten Wasserstoff zu setzen, sei "teurer, unsicherer und umweltschädlicher" als die direkte Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien – die Regierung wolle sich "vor echten Weichenstellungen" zur Minderung der Treibhausgasemissionen drücken, hieß es. (amo)
