Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), reagiert auf die US-Drohungen.

Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), reagiert auf die US-Drohungen.

Bild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung und die Projektgesellschaft Nord Stream 2 führen laut Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) Gespräche darüber, wie die Fertigstellung der Ostseepipeline gelingen kann. Seit den Sanktionsandrohungen der USA Ende 2019 ruhen die Verlegearbeiten. Bei einem Besuch der Gas-Anlandestation in Lubmin (Vorpommern-Greifswald) hat Schwesig am Donnerstag ihre Unterstützung für das umstrittene Projekt bekräftigt. "Die Landesregierung hält weiter fest an der Fertigstellung der Ostseepipeline", sagte sie im Gespräch mit Unternehmern des Wirtschaftsstandortes Lubmin. Das Projekt sei genehmigt und als Industrieland könne es sich Deutschland nicht leisten, in Energieschwierigkeiten zu kommen. "Wir brauchen das Gas."

Damit die Energiewende gelingt, sei es wichtig, weiterhin bezahlbare Energie bereitzustellen, sagte sie. Es werde immer viel über die Verlässlichkeit von Russland geredet. "Aber auch wir müssen verlässlich sein", erklärte die Regierungschefin.

Fehlende 6 Prozent

Nach Angaben eines Nord-Stream-2-Sprechers fehlen noch 160 Kilometer oder 6 Prozent der Rohrleitung, die russisches Erdgas nach Deutschland und ganz Europa transportieren soll. Trotz der US-Sanktionen gegen Unternehmen, die am Bau der Leitung beteiligt sind, sei an dem Projekt weitergearbeitet worden. Die Anlandestation sei technisch betriebsbereit.

Schwesig gehört zu den entschiedensten Befürwortern der umstrittenen Pipeline, die russisches Gas über mehr als 1200 Kilometer durch die Ostsee nach Deutschland bringen soll.

Arbeitsplätze sichern

Die Ministerpräsidentin verteidigte zudem die finanzielle Unterstützung für die Werften in der Corona-Krise. Sie seien der industrielle Kern des Landes, mit Arbeitsplätzen und Wertschöpfung. Alle Auftragsbücher seien bis zu Corona voll gewesen. Was wäre, wenn es im nächsten Jahr einen Impfstoff gäbe und alle Arbeitsplätze wären weg, fragte sie. (dpa/amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper