Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz sucht schon seit Monaten nach einem neuen Chef. Nun soll der Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands Deutscher Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Stefan Kapferer die Geschäftsführung übernehmen, berichtet die "FAZ".
Der drittgrößte deutsche Übertragungsnetzbetreiber war seit Ende 2018 als Übergangslösung vom Technischen Geschäftsführer (CTO) Frank Golletz geführt worden. Der frühere Geschäftsführer Boris Schucht war zum Atomkonzern Urenco nach London gewechselt. Nach FAZ-Informationen steht die formelle Berufung Kapferers unmittelbar bevor.
50Hertz und der BDEW wollten zu der Personalie keine Stellung beziehen. Der Übertragungsnetzbetreiber verwies auf ZfK-Anfrage jedoch auf die Aufsichtsratssitzung am Dienstag, den 25. Juni, bei der ein neuer CEO bestimmt werden soll.
Von Niedersachsen ins BMWi
Der studierte Verwaltungswissenschaftler Stefan Kapferer wurde nach verschiedenen Positionen in der FDP auf Landes- und Bundesebene sowie in der niedersächsischen Staatskanzlei im Oktober 2008 zum Staatssekretär ins Landeswirtschaftsministerium berufen. 2009 wechselte er dann als Staatsekretär ins Bundesgesundheitsministerium. Mit der Berufung von Philipp Rösler zum Bundeswirtschaftsminister 2011 wechselte er in dessen Ministerium (BMWi).
Dort vertrat er das Ministerium unter anderem im europäischen Energieministerrat und übernahm nach dem Wechsel von Staatsekretär Homann zur Bundesnetzagentur die Verantwortung für die Energieabteilung. Auch der Aufsichtsratsvorsitz der Deutschen Energieagentur gehörte zu seinen Verpflichtungen. Nach der Bundestagswahl 2013 blieb er unter Sigmar Gabriel Staatsekretär.
Stellvertretender Generalsekretär der OECD
Von 2014 bis 2016 war Kapferer Stellvertretender Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Seit Mai 2016 ist er Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des BDEW. (pm)



