Braunschweig steigt um: Das Kohle-Heizkraftwerk in der Stadtmitte wird durch ein Biomasse-Heizkraftwerk mit dem Hauptbrennstoff Altholz in Kombination mit einem Gasturbinen-Heizkraftwerk ersetzt. Die neuen Erzeugungsanlagen hat der Versorger BS Energy am 10. Mai eingeweiht, erklärten die Braunschweiger in einer Pressemitteilung.
Das Unternehmen in Niedersachsen will in absehbarer Zeit aus der Energieerzeugung aus Kohle aussteigen und damit einen Schritt Richtung Dekarbonisierung in der Wärme- und Stromerzeugung in Braunschweig gehen.
Beide Anlagen wurden im Winter 2018 beschlossen und danach Schritt für Schritt umgesetzt. Inzwischen liefen die Neuanlagen im Testbetrieb und lieferten erste Energie, erklärte BS Energy. Wenn alle Tests erfolgreich nachgewiesen und abgenommen worden sein, erfolge schließlich der dauerhafte Betrieb in Verantwortung von BS Energy.
„BS Energy nimmt damit eine Vorreiterrolle in der Energiebranche ein. Mit der Umsetzung dieser mutigen Entscheidung zum Kohleausstieg schon in 2018 erreichen wir jetzt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung einer sicheren und klimaneutralen Wärmeversorgung in Braunschweig“, sagt Jens-Uwe Freitag, Vorstandsvorsitzender von BS Energy.
„Für Braunschweig bedeuten die neuen Erzeugungsanlagen nicht nur eine Verbesserung der Luftqualität. Sie tragen erheblich dazu bei, unser Ziel der Klimaneutralität zu erreichen”, ergänzt Dr. Thorsten Kornblum, Braunschweigs Oberbürgermeister und BS Energy-Aufsichtsratsvorsitzender. Zugleich bedeute diese Großinvestition Energie- und Versorgungssicherheit für die Braunschweigerinnen und Braunschweiger in einer Zeit großer Veränderungen in der Energieerzeugung und der Krisen.
Veolia liefert Altholz
Das Altholz, das BS Energy zur Energieerzeugung verwertet, kommt aktuell noch aus einer Veolia-Altholzaufbereitungsanlage aus Hannover. Ab Mai erfolgt die Altholzlieferung dann aus der neuen Aufbereitungsanlage in Broistedt, einem Ortsteil der Gemeinde Lengede im Kreis Peine, die Veolia in Kürze einweihen wird.
„BS Energy ist ein wichtiger Teil der Veolia-Aktivitäten in Deutschland und mit der übergreifenden Zusammenarbeit der Veolia Geschäftsbereiche Energie und Entsorgung ein Modell, das Vorbildcharakter für weitere Projekte hat”, sagt Matthias Harms, Vorsitzender der Geschäftsführung von Veolia Deutschland.
Gas zum Ausgleich
Das Biomasse-Heizkraftwerk soll als Grundlast-Anlage laufen, das neue Gasturbinen-Heizkraftwerk vor allem in der kälteren Jahreszeit und bei Schwankungen im Stromnetz dazu geschaltet werden. Wegen der Energiekrise solle das Kohlekraftwerk in der Heizperiode 2023 und 2024 noch zur Verfügung stehen, erklärten die Braunschweiger. (pfa)



