Nach Ende der Corona-Pandemie hat sich das Homeoffice in vielen Unternehmen fest etabliert: In 80 Prozent der Firmen der Informationswirtschaft ist es üblich, dass die Beschäftigten mindestens einmal wöchentlich zu Hause arbeiten. Zu dem Ergebnis kommt das Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW nach einer Umfrage, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im verarbeitenden Gewerbe, das stärker ortsgebunden ist, sind es noch 45 Prozent.
Steigerung seit der Pandemie um 32 Prozent
ZEW-Experte Daniel Erdsiek erläutert: «Wie die aktuelle Verbreitung von Homeoffice im Juni 2023 zeigt, hält der mit der Pandemie gestartete Trend zur hybriden Arbeit ungebrochen an.» Im Durchschnitt liege der Beschäftigtenanteil, der mindestens einmal wöchentlich von zu Hause arbeite, etwa gleichauf mit den vergangenen drei Jahren.
Vor der Pandemie betrug der Anteil der Firmen mit Homeoffice-Regelungen nur 48 Prozent in der Informationswirtschaft. Dazu zählen die Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche, Mediendienstleister sowie wissensintensive Dienstleister. Im Verarbeitenden Gewerbe waren es vor Corona 24 Prozent.
Daniel Erdsiek, ZEW-Experte
In Zukunft wird der Homeoffice-Trend weiter wachsen
Die rund 1500 befragten Firmen gehen für die Zukunft zudem von einer Ausweitung der Homeoffice-Nutzung aus. «Mit Blick auf die kommenden zwei Jahre rechnen weder die Unternehmen in der Informationswirtschaft noch im Verarbeitenden Gewerbe mit einem Rückgang der Homeoffice-Angebote», sagte Erdsiek. Im Durchschnitt steige laut den Erwartungen sowohl der Anteil der Unternehmen, die 2025 Homeoffice nutzen wollen, als auch der Anteil der Beschäftigten, die mindestens einmal pro Woche von zu Hause arbeiten möchten.
Weltweit bieten nur vier Länder mehr Homeoffice an
Der Umfrage zufolge planen 58 Prozent der Firmen in der Informationswirtschaft und 19 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe, dass in zwei Jahren mehr als 20 Prozent der Beschäftigten - teilweise - von zu Hause arbeiten. Die Mehrheit der Unternehmen, die aktuell keine Heimarbeit ermöglichen, sieht auch in den kommenden zwei Jahren keine entsprechenden Angebote vor.
Nach einer unlängst veröffentlichten Studie des Ifo-Instituts können deutsche Arbeitnehmer im europäischen Vergleich besonders viel von zu Hause arbeiten. Deutschland kommt demnach mit durchschnittlich gut einem Tag Homeoffice pro Woche auf den zweiten Platz unter 17 europäischen Ländern. Davor lag nur das Vereinigte Königreich mit 1,5 Tagen. Weltweit stehen von insgesamt 34 Ländern nur noch Kanada mit 1,7, die USA mit 1,4 und Australien mit 1,3 Tagen pro Woche vor Deutschland. (dpa/ah)



