Die Unternehmensberatung PWC warnt in einer neuen Studie vor den Auswirkungen des Fachkräftemangels. (Symbolbild)

Die Unternehmensberatung PWC warnt in einer neuen Studie vor den Auswirkungen des Fachkräftemangels. (Symbolbild)

Bild: © Gina Sanders/AdobeStock

Ein wissenschaftliches Paper des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) sieht die Zahl der Erwerbspersonen auf ihrem Höhepunkt. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung könne in Zukunft aber kaum mit weiteren Steigerungen gerechnet werden, heißt es in der veröffentlichten Analyse von Senior Economist Holger Schäfer (das vollständige Paper mit der vollständigen Analyse finden Sie hier). Somit werde der Arbeitsmarkt als Quelle für weitere Wohlstandszuwächse schon in der mittleren Frist nicht mehr zur Verfügung stehen.

Denn die Erwerbspersonen (Erwerbstätige zuzüglich der Erwerbslosen) bestimmen zusammen mit der durchschnittlichen Arbeitszeit die Menge an Gütern und Dienstleistungen, die maximal mit einer gegebenen Technologie und Kapitalausstattung produziert werden können. Sinkt die Anzahl der Erwerbspersonen und könne dies nicht durch eine höhere Arbeitszeit, eine Reduzierung der Erwerbslosigkeit, mehr Kapitaleinsatz oder eine effizientere Technologie kompensiert werden, reduziere sich der Wohlstand, heißt es in dem veröffentlichtem Paper.

3 Mio. Menschen weniger

Seit 1991 ist die Anzahl der Erwerbspersonen um über 5 Millionen angestiegen, wobei verschiedene Zeitreihenbrüche einen langfristigen Vergleich erschweren. Nun steht eine Kehrtwende an: Bis zum Jahr 2035 werde die Bevölkerung im Erwerbsalter von 15 bis 64 Jahren um weitere 3 Mio. schrumpfen. Deutschlands Arbeitsmarkt sei nach über 15 guten Jahren an einem Höhepunkt angekommen, fasst es Schäfer zusammen. Ein Rückgang der Anzahl der Erwerbspersonen bis 2030 werde voraussichtlich nicht zu verhindern sein.

Es erscheint "unwahrscheinlich", dass es in den wenigen zur Verfügung stehenden Jahren gelingen wird, eine große Anzahl Zuwanderer aus Drittländern zu gewinnen und gleichzeitig die Erwerbsbeteiligung auf neue Rekordwerte zu steigern. Das heißt allerdings nicht, dass der Versuch, unterbleiben sollte, die Effekte abzumildern, so Schäfer ferner. Erforderlich sei exemplarisch eine Zuwanderungspolitik, die zum Beispiel monatelange Verzögerungen bei der Erteilung von Visa zur Einreise beseitigt oder die die Expertise der Zeitarbeit bei der Rekrutierung von Fachkräften nutzt, statt sie gesetzlich zu untersagen.  (gun)

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