Die Bestellung von Harald Kraus (53), dem Aufsichtsratschef der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), zum Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) ist offenbar nur noch eine Formalie: Auch die Nominierungsversammlung hatte sich am 29. April für Kraus ausgesprochen, und auf dem 1.-Mai-Empfang von OB Ullrich Sierau hatte der DSW21-Aufsichtsratschef Kraus bereits über 100 Gästen vorgestellt. Das Kontrollgremium legt überdies am 22. Mai eine Sondersitzung ein, in der die Nachfolge des Amtsinhabers Manfred Kossack auf der Tagesordnung steht. Diesen Termin teilte der Kommunalversorger auf ZfK-Anfrage mit, ohne Kraus' Kandidatur zu bestätigen. Bisher war man von Juli ausgegangen.
Bereits Anfang April hatte in dem dreistufigen Bestellungsverfahren der sechsköpfige "Nominierungsausschuss" Kraus auf den Schild gehoben. Jetzt steht nur noch die dritte Stufe aus, aber da dürfte nichts mehr anbrennen, wenn sich Arbeitnehmer- und Eigentümerbank bereits einig zu sein scheinen. Harald Kraus erlangte bundesweite Bekanntschaft in der Kommunalbranche sowie in der Gewerkschaftsszene, als er von Juli bis September 2018 gegen den Willen des Rathauses zusätzlich Aufsichtsratschef der Kommunalholding Stadtwerke Köln war. Dies war ein vermutlich bundesweit einmaliger Vorgang.
Ära Kossack bis Herbst 2020
Manfred Kossack, der im April 66 geworden ist, amtiert spätestens seit November 2008 als DSW21-Personalvorstand, geht aus dem Handelsregister hervor. Sein derzeitiger Vertrag läuft am 30. September 2020 aus, teilt das Unternehmen mit. Die Dortmunder Stadtwerke übertreiben auf ihrer Website nicht, wenn sie Kossack als landes- und bundesweit "bestens vernetzt" beschreiben. Der frühere Städtische Verwaltungsdirektor in Dortmund, Koordinator der dortigen Bundesgartenschau und SPD-Ratsfraktions-Geschäftsführer engagiert sich ehrenamtlich
- im Verband Kommunaler Unternehmen (VKU),
- im Verwaltungsrat des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und
- in den kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV NW und VKA).
Kossack gehört auch der Gewerkschaft Verdi an. Im Hauptamt übernahm er 2001 die strategische Unternehmensentwicklung bei DSW21. 2003 wurde er Geschäftsführer bei der Tochter Dortmunder Airport. Seit Herbst 2008 schließlich ist er sowohl bei DSW21 als auch bei der Energie- und Wassertochter DEW21 Personalvorstand respektive -geschäftsführer und Arbeitsdirektor. Zwischenzeitlich war er zusätzlich Hafenvorstand bei der Dortmunder Hafen AG.
Personalunion mit DEW21 endet
Zu den sozialpolitischen Akzenten seiner Ära bei den DSW21 zählen demnach bisher:
- die Einführung eines Diversity Managements und eines Demographie-Managements
- Maßnahmen zur Gleichstellung von Mann und Frau
- Konzepte zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Initiativen zur Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz
Doch Kossacks Nachfolger bei DSW21 ist auf keinen Fall sein Nachfolger bei DEW21. Die Personalunion beim Arbeitsdirektor von Stadtwerken und Energie- und Wasserversorgung wird enden. Eine andere Versammlung hat den DEW21-Betriebsratschef Dirk Wittmann als DEW21-Personalgeschäftsführer und Arbeitsdirektor nominiert. Auch hier steht der Aufsichtsratsbeschluss noch aus. (geo)
Diese Meldung wurde am 8. Mai 2019 nach einem Hinweis von DEW21 mit dem Namen des nominierten Personalgeschäftsführers von DEW21 aktualisiert.



