Die Stadtwerke Pinneberg bei Hamburg haben am Montag ihren Alleingeschäftsführer Sven Hanson zum Monatsende mit Dank und guten Wünschen für seine weitere Karriere verabschiedet, einen Interimsgeschäftsführer berufen und die Ausschreibung der endgültigen Position vorbereitet. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Aufsichtsrates vom Mittwoch hervor. Er beruft sich dabei auf gleichlautende Beschlüsse des Rates, der Gesellschafterversammlung und des eigenen Gremiums.
Die Ratssitzung fand laut "Pinneberger Tageblatt" als Präsenzsitzung mit Sicherheitsabständen zwischen den Ratsherren statt; ein voriger Termin hatte wegen Corona-bedingter Abwesenheit von zu vielen Mitgliedern in die Beschlussunfähigkeit geführt.
Kaufmännischer Leiter wird Interimschef
Damit wird erstmals offiziell bestätigt, was Lokalmedien bereits im Januar meldeten, ohne Beweise dafür zu liefern: Hansons Vertrag ist offenbar nicht verlängert worden. Er ist seit 2016, von den Wirtschaftsbetrieben Norderney kommend, Chef in Pinneberg. Hanson hatte seit einiger Zeit einen Dauerkonflikt mit Arbeitnehmervertretern, der das Arbeitsgericht gut auslastete. Diesen Streit machte die Gewerkschaft Verdi vorigen Dezember presseöffentlich. Er gipfelte im Januar in einer Demo gegen die Vertragsverlängerung für Hanson, zu der Verdi Pinneberg aufrief und an der sich 200 Beschäftigte aus Pinneberg und von anderen Kommunalunternehmen in der Nähe beteiligt haben sollen – ein seltener, wenn nicht einmaliger Vorgang in der kommunalen Wirtschaft.
Aufsichtsratschef Bernd Hinrichs ging in der Pressemitteilung darauf nicht ein, sondern lobte Hanson: Der Diplom-Ingenieur und Diplom-Wirtschaftsingenieur habe das Stadtwerk "in beschwerlichen Zeiten" durch eine Umstrukturierung geführt, die Geschäftsprozesse modernisiert und erfahrene Führungskräfte berufen.
Verdi: Wieder mit Freude zur Arbeit
Nun soll vom 1. April an übergangsweise der bisherige Kaufmännische Leiter Oliver Sinterhauf die Geschäfte führen.
Verdi-Sekretär Andreas Riedl begrüßte die Beschlüsse gegenüber der ZfK. Er ergänzte: "Wir haben bereits positiv wahrgenommen, dass Herr Sinterhauf auch gleich das Gespräch mit dem Betriebsrat gesucht hat. Wieder mit Freude täglich zur Arbeit zu gehen, wird ab April bei den Stadtwerken Pinneberg zum Programm gehören." (geo)



