Von der Spitze bis zu Team- und Gruppenleitungen wird in der Entsorgungswirtschaft weniger bezahlt.

Von der Spitze bis zu Team- und Gruppenleitungen wird in der Entsorgungswirtschaft weniger bezahlt.

Bild: © Kzenon/AdobeStock

Während deutliche Unterschiede bei den Vergütungen von Manager:innen – vor allem bei Geschäftsleitungen – zwischen Unternehmen der Privatwirtschaft und öffentlichen Unternehmen relativ bekannt sind, überraschen die Niveauunterschiede zwischen den öffentlichen Branchen teilweise. Im Durchschnitt beträgt das Gehalt eines Geschäftsführers bei kommunalen Unternehmen der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft 167.000 Euro. Betrachtet man nun aber gesondert nur die Gehälter der Geschäftsführer von Versorgungsunternehmen liegt das Durchschnittsgehalt bei 180.000 Euro, während das Durchschnittsgehalt von Geschäftsführern von Entsorgungsunternehmen ähnlicher Größenordnung rund 20 Prozent niedriger bei 148.000 Euro liegt.

Die unterschiedlichen Vergütungsniveaus lassen sich in dieser Form auch bei den nachfolgenden Führungskräften beobachten – wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie auf der Geschäftsführungsebene. Obere Führungskräfte (bspw. Bereichsleitungen) in Entsorgungsunternehmen erhalten im Durchschnitt ein Gehalt von 110.000 Euro – welches ein Viertel unter den Gehältern der Privatwirtschaft und etwa zehn Prozent unter den Gehältern in Versorgungsunternehmen liegt. Auch bei den Durchschnittsgehältern der mittleren Führungsebene (bspw. Abteilungsleitungen) und der operativen Führungsebene (bspw. Team- oder Gruppenleitungen) schneiden die Führungskräfte der Entsorgungsunternehmen im direkten Vergleich am schlechtesten ab.

Vielfältige Ursachen

Gründe für diese Unterschiede sind zum Teil die unterschiedlichen tariflichen Strukturen in den Sparten als auch die weit nach oben reichenden Tarifstrukturen der öffentlichen Unternehmen, auch im Vergleich zur Privatwirtschaft. Eine weitere Ursache ist auch das noch geringere Bestreben im wettbewerblichen Personalmarkt, ergänzende Vergütungsbestandteile bzw. alternative, an modernen Gegebenheiten orientierte Vergütungsregelungen vorzusehen. Insbesondere für Geschäftsleitungen und obere Führungskräfte können ergänzende Bestandteile bzw. alternative Regelungen den zunehmend höheren Anforderungen in diesen Funktionen durchaus gerecht werden. Die Gehaltsunterschiede werden jedoch mit abnehmender Führungsebene immer geringer und nivellieren sich, wenn man eher akademisch geprägte Funktionen ohne Führungsverantwortung, Sachbearbeiter und Facharbeiter betrachtet.

Auch wenn die monetäre Vergütung zunehmend als „Hygienefaktor“ und nicht alleiniges Benefit zur Mitarbeiterbindung angesehen wird, ist unter Karriere-Gesichtspunkten dennoch bedeutsam, dass sich ein Aufstieg auf der „Karriereleiter“ ab einem gewissen Niveau teils deutlich weniger auszahlt. Im aktuell zunehmend enger werdenden Personalmarkt kann sich ein Wechsel aus der Entsorgungswirtschaft in einen anderen Sektor oder eine andere Branche finanziell in hohem Maße lohnen. Hier sind daher die Unternehmen der Entsorgungswirtschaft gefordert, derartige Entwicklungen im Sinne der materiellen Bindungsbedürfnisse ihrer Führungskräfte gut im Auge zu behalten. (hp)

Arne Sievert ist Senior Manager, Marvin Schmidt ist Consultant bei Kienbaum Consultants International

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