Waldemar Opalla war bis zu seiner fristlosen Entlassung am 19. Februar 2020 etwa 18 Jahre lang Geschäftsführer der Stadtwerke EVB Huntetal in Diepholz und des Vorgängerunternehmens Stadtwerke Diepholz.

Waldemar Opalla war bis zu seiner fristlosen Entlassung am 19. Februar 2020 etwa 18 Jahre lang Geschäftsführer der Stadtwerke EVB Huntetal in Diepholz und des Vorgängerunternehmens Stadtwerke Diepholz.

Bild: © Remigius Konietzny

Im Rechtsstreit zwischen den Stadtwerken Huntetal und dem langjährigen Geschäftsführer Waldemar Opalla ist das Urteil gesprochen worden. Das Landgericht Verden hat entschieden, dass beide außerordentliche Kündigungen des Geschäftsführers unwirksam sind. Das heißt: Der Arbeitsvertrag zwischen der Stadtwerken und Waldemar Opalla läuft unverändert bis Ende 2024 weiter.

Im Gespräch mit der ZfK betonte Opalla, wie erleichtert er über die Entscheidung des Gerichts ist. Es sei ihm stets darum gegangen, seine Reputation wiederherzustellen. Das sei nun mit dem klaren Urteil passiert.

Gehen die Stadtwerke in die nächste Instanz?

Ob damit ein endgültiger Schlussstrich unter die Angelegenheit gezogen werden kann, ist allerdings noch unklar. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wie die Stadtwerke mitteilen, halten sie die ausgesprochene Kündigung des Anstellungsvertrages mit Waldemar Opalla trotz des Richterspruchs nach wie vor für rechtmäßig. In der mündlichen Verhandlung habe die Vorsitzende Richterin bereits das Vorliegen einer Pflichtverletzung durch Herrn Opalla bestätigt, so die Stadtwerke weiter.

Man werde nun die Urteilsbegründung abwarten und eine Berufung vor dem Oberlandesgericht Celle prüfen, so die Stadtwerke weiter. Darüber werde der Aufsichtsrat zu entscheiden haben.

Opalla bleibt optimistisch

Waldemar Opalla wiederum zeigte sich gegenüber der ZfK offen für eine außergerichtliche Einigung. Sollten die Stadtwerke in die nächste Instanz gehen, sehe er dem aber durchaus optimistisch entgegen.   

Der Stadtwerke-Chef hatte Mitte Mai einen von der Richterin vorgeschlagenen Vergleich ausgeschlagen. Sein Motiv: Er wollte ein klares Urteil. Ihm gehe es nicht um das Geld, sondern um die Wiederherstellung seines guten Rufes.

Erfolgreicher Stadtwerke-Manager

Waldemar Opallas Entlassung hatte seinerzeit hohe Wellen in der Branche geschlagen. Er gilt als erfolgreicher Stadtwerke-Manager, der das Unternehmen während seiner 18-jährigen Tätigkeit strategisch und wirtschaftlich vorangebracht hat. Bis Ende 2019 wurden die Umsatzerlöse mehr als verdoppelt. Das Jahresergebnis hat sich sogar verdreifacht.

Opalla hat den Vergleichsvorschlag in der Gerichtsverhandlung am 17. Mai nicht angenommen, um seine Reputation wieder herzustellen. Mit diesem klaren Gerichtsurteil werden nun alle Gerüchte um seine Person aus der Welt geschaffen und sein guter Ruf als Geschäftsführer in Diepholz und in der Branche wieder hergestellt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und es ist noch offen, ob die Stadtwerke EVB Huntetal das Verfahren weiter treibt. Bereits jetzt ist ein Millionenschaden für Gutachten, Gerichts- und Verfahrenskosten, Interimsmanager und doppelter Geschäftsführungsvergütungen entstanden. (amo)

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