Kerstin Grunewald (l.) und ihre langjährige Vorgängerin Simone Wienhold-Engelhardt (r.) als kaufmännische Geschäftsführerin der Stadtwerke Ilmenau GmbH

Kerstin Grunewald (l.) und ihre langjährige Vorgängerin Simone Wienhold-Engelhardt (r.) als kaufmännische Geschäftsführerin der Stadtwerke Ilmenau GmbH

Bild: © Stadtwerke Ilmenau

Bislang wurden die Geschicke der Stadtwerke Ilmenau GmbH von einer „gemischten Doppelspitze“ geführt – und so soll es auch bleiben: Zum 1. Februar 2022 hat die Diplom-Kauffrau (FH) Kerstin Grunewald ihre langjährige Vorgängerin Simone Wienhold-Engelhardt als kaufmännische Geschäftsführerin der Stadtwerke Ilmenau GmbH abgelöst. Die 42 Jahre junge Nachfolgerin komme aus dem Unternehmen und habe bisher als Controllerin die Stadtwerke gründlich kennen gelernt, heißt es in einer Mitteilung des kommunalen Unternehmens.

Grunewald hat sich in einem mehrstufigen Bewerbungsprozess gegen ihre zumeist männlichen Mitbewerber durchgesetzt. Dabei sei ihr die langjährige Erfahrung im Unternehmen zugutegekommen, aber vor allem ihre Zukunftsvisionen für die Stadtwerke hätten den Aufsichtsrat und die Gesellschafter überzeugt: „Wir wollen uns nicht mit uns selbst beschäftigen, sondern noch mehr mit unseren Kunden!“, lautet das Motto der neuen Stadtwerke-Chefin. Sie will die Digitalisierung vorantreiben und Geschäftsprozesse verschlanken. So sollen die Stadtwerke-Mitarbeiter entlastet werden, um mehr Kapazitäten für den Kundenservice freizusetzen.

Sehr zufrieden mit der gemischten Doppelspitze

Das Konzept einer gemeinsamen Führungsspitze mit einer Frau und einem Mann hat die deutsche Politik erst in den letzten Jahren für sich entdeckt, in Ilmenau funktioniert diese Zusammenarbeit bereits seit fast 20 Jahren sehr gut, heißt es in der Mitteilung weiter: Bei den Stadtwerken sind die Aufgabenbereiche in kaufmännische und technische Geschäftsführung getrennt. Den technischen Bereich verantwortet seit 2010 der Diplom-Ingenieur für Energietechnik, Veit Sengeboden. Er ist gleichzeitig Geschäftsführer der Ilmenauer Wärmeversorgung GmbH (IWV), der Biomasse Heizkraftwerk Ilmenau GmbH und der Bioenergie Dannheim GmbH, einer Tochtergesellschaft der SWI zur Erzeugung von Biogas. Er bleibt dem Unternehmen auch weiterhin als Geschäftsführer erhalten.

Seine langjährige Kollegin, Simone Wienhold-Engelhardt, leitete den kaufmännischen und Vertriebsteil des Unternehmens seit 2002. Die Tiefbohrtechnikerin und Physikerin begann ihre Karriere in der Erdgasgewinnung und Speicherung bei der BEB Erdgas & Erdöl GmbH & Co KG, übernahm in den 90er Jahren verschiedene Aufgaben bei der Gründung und dem Aufbau ostdeutscher Energieversorgungsunternehmen, bevor sie schlussendlich in Ilmenau sesshaft wurde. „Mit den Stadtwerken Ilmenau habe ich 2002 ein sehr gesundes und leistungsfähiges Unternehmen übernommen, das ich jetzt ebenso gut aufgestellt und sehr gerne an Kerstin Grunewald übergebe. Sie hat das Zeug für diese vielfältige und wichtige Aufgabe.“

Grunewald kennt das Unternehmen

Auch Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Daniel Schultheiß zeigte sich sehr zufrieden mit der Wahl: „Wir sind froh, dass wir mit Kerstin Grunewald eine erfahrene Nachfolgerin gewinnen konnten, die sich bestens im Unternehmen und in Ilmenau auskennt und mit ihrer Tatkraft an der weiteren Entwicklung der Stadtwerke arbeiten wird“, lässt er sich zitieren. Gleichzeitig dankte er der scheidenden Geschäftsführerin: „Mit Ihrem unermüdlichen persönlichen Einsatz für das Unternehmen hat Simone Wienhold-Engelhardt die Stadtwerke Ilmenau geprägt und hier ihre Spuren hinterlassen. Dafür danke ich ihr von Herzen.“

Die Stadtwerke Ilmenau gehören zu 51 % der Stadt Ilmenau und leisten einen wesentlichen Beitrag zum kommunalen Haushalt. Der zweite Gesellschafter ist mit 49 % die Thüga AG mit Sitz in München, die in ihrem Verbund fast 100 Stadtwerke betreut und umfassende Fachkompetenz einbringt. „Die technischen und energiewirtschaftlichen Anforderungen, die in den letzten beiden Jahrzehnten immer anspruchsvoller geworden sind und die Energiebranche wesentlich prägen, verlangen von der Geschäftsleitung und allen Mitarbeitern ständig Weiterentwicklung und vollen Einsatz. In Zukunft wollen wir den gemeinsamen Verantwortungsbereich deutlich vergrößern, um die verschiedenen Erfahrungen der zwei Geschäftsführer optimal zusammenzuführen und zu bündeln“, führt Veit Sengeboden in der Mitteilung aus. Auf die Zusammenarbeit mit der neuen Kollegin freue er sich sehr. (amo)

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