Will den Dampfer Stadtwerke Osnabrück wieder "flott machen": der neue Interimschef Stefan Grützmacher.

Will den Dampfer Stadtwerke Osnabrück wieder "flott machen": der neue Interimschef Stefan Grützmacher.

Bild: © Stadtwerke Osnabrück

Die Stadtwerke Osnabrück holen mit Stefan Grützmacher einen erfahrenen und in der Branche wohlbekannten Manager als Interimschef an Bord. Der 57-jährige Manager führe "ab sofort" den Kommunalversorger, heißt es in einer Pressemitteilung. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Christoph Hüls hatte bereits angekündigt, das Unternehmen vorzeitig zum 30. Juni zu verlassen. (Die ZfK berichtete.)

Grützmacher beschrieb in einem ersten Interview mit dem Lokalblatt "Neue Osnabrücker Zeitung" die Stadtwerke als Dampfer, der immer weiter mit Aktivititäten beladen worden sei und einen immer höheren Tiefgang bekommen habe. "Da muss man wirklich den Kurs auch halten können", sagte er. "Und das ist uns in den letzten Monaten anscheinend nicht gelungen."

"Haben mehrere Lecks"

Die Stadtwerke hätten Grundberührung gehabt und leck geschlagen, führte er aus.

"Das Schlimme ist, dass wir mehrere Lecks haben und wir nur teilweise wissen, wo sie sind. Das ist meine vorderste Aufgabe, diese Lecks zu identifizieren und zu flicken, den Dampfer wieder flott zu machen und dann zu überlegen: Wollen wir weiter mit diesem Tiefgang fahren oder uns gegebenenfalls auch erleichtern?"

Millionenschwere Verluste

Grützmacher spielt auf die millionenschweren Verluste an, die die Stadtwerke für das abgelaufene Geschäftsjahr verkünden mussten und die am Ende der Grund für Hüls' vorzeitigen Rückzug waren. Das kommunale Unternehmen hatte das hohe Minus insbesondere mit extrem gestiegenen Beschaffungskosten erklärt.

Allerdings blieb etwa auch das Ergebnis im Mobilitäts- und Parkbereich unter den Erwartungen. Die Stadtwerke Osnabrück sind vom Nahverkehr über die Bäder bis hin zur Wohnungswirtschaft in vielen Geschäftsfeldern tätig.

Von 2012 bis 2015 Gasag-Chef

Grützmacher hat eine lange Karriere in der Energiewirtschaft mit vielen namhaften Stationen hinter sich. Unter anderem war er mehr als acht Jahre Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Kiel, die zum Mannheimer MVV-Konzern gehören. Von 2012 bis 2015 leitete er dann den Berliner Gas-Grundversorger Gasag.

Danach machte er sich als Interimsgeschäftsführer der in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratenen Beste Stadtwerke GmbH sowie der Stadtwerke Münster einen Namen. Aus seiner Münsteraner Zeit kenne er die Stadtwerke Osnabrück auch gut und wisse um die Qualitäten des Unternehmens, ließ sich Grützmacher in der Pressemitteilung zitieren. Zuletzt arbeitete er laut Linkedin-Profil als Berater für den niederländischen Investmentfonds SET Ventures.

Neue Doppelspitze gesucht

Von jetzt an soll Grützmacher gemeinsam mit Mobilitätsvorstand Stephan Rolfes die Stadtwerke übergangsweise führen. Er solle so lange im Amt bleiben,. bis ein neuer Vorstand seine Tätigkeit aufnehme, erklärte Katharina Pötter, Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens und Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück. Rolfes' Vertrag endet altersbedingt am 31. März 2023. (aba)

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